Nutzung des Mobilfunknetzes
E-Plus sucht Lösung für Milliarden-Forderung

Der Mobilfunknetzbetreiber E-Plus verhandelt mit den beiden Konkurrenten Mobilcom und Quam über Forderungen von insgesamt über einer Milliarde Euro aus Verträgen zur Nutzung seines GSM-Mobilfunknetzes.

Reuters FRANKFURT. E-Plus bestätigte am Montag in Düsseldorf, dass sowohl mit Quam wie auch mit Mobilcom Gespräche über die Zukunft der Dienstleister-Verträge zur Mitbenutzung des Mobilfunknetzes basierend auf dem GSM-Standard von E-Plus geführt werden. "Natürlich führen wir darüber Verhandlungen", sagte eine Sprecherin ohne nähere Details zu nennen.

Nicht kommentieren wollte E-Plus hingegen einen Bericht der "Financial Times Deutschland", wonach der Netzbetreiber die UMTS-Netztechnik von Mobilcom übernehmen und im Gegenzug auf seine Forderungen aus dem Netzmitbenutzungsvertrag in Höhe von rund 600 Millionen Euro verzichten wolle. Dem Bericht zufolge könnte E-Plus damit seinen bisherigen Netzaufbau für UMTS komplettieren.

Der finanziell angeschlagene Telekommunikationskonzern Mobilcom würde dagegen dringend benötigte Gelder einsparen. Mobilcom hatte jüngst erklärt, dass UMTS-Geschäft vorerst auf Eis legen zu wollen. Mobilcom wollten sich zu dem Zeitungsbericht ebenfalls nicht äußern. Ein Mobilcom-Sprecher bestätigte lediglich, dass mit E-Plus über eine Lösung der vertraglichen Forderung verhandelt wird. "Dass müssen wir klären", sagte der Sprecher.

Hintergrund der laufenden Verhandlungen sind separate Vereinbarungen der beiden Marktneulinge Quam und Mobilcom über die Mitbenutzung des GSM-Netzes von E-Plus. Quam und Mobilcom können somit außerhalb der Ballungsgebiete, die mit UMTS-Mobilfunkdiensten abgedeckt werden, ihren Kunden eine bundesweit flächendeckende Funkversorgung anbieten. Die beiden Vereinbarungen sicherten E-Plus früheren Angaben zufolge Einnahmen von zusammen gut 1,3 Milliarden Euro bis zum Jahr 2006.

Quam und Mobilcom sind mittlerweile weitgehend mit ihren Pläne gescheitertet, mit einem eigenen Mobilfunknetz der dritten Generation (UMTS) den vier etablierten Netzanbietern T-Mobile, D2 Vodafone, E-Plus und Mmo2 der zweiten Mobilfunk-Generation (GSM) künftig in Deutschland Konkurrenz zu machen. Quam hat bereits den Vertrieb für GSM-Dienste eingestellt und sucht nach einem Käufer für die UMTS-Lizenz und die Netztechnik.

Mobilcom hatte für das Frühjahr eigene GSM-Dienste über das Netz von E-Plus angekündigt, hat diese jedoch bis dato nicht realisiert. Als Grund für die Verzögerung gilt der ungelöste Streit mit dem Großaktionär France Telecom über den Auftritt im deutschen Mobilfunkmarkt und die Höhe der Investitionen. Möglicherweise wird auch Mobilcom das derzeit auf Eis liegende UMTS-Geschäft mangels Finanzreserven ganz einstellen.

Bislang hat Mobilcom rund 1,1 Milliarden Euro in das UMTS-Geschäft investiert. Die derzeitige GSM-Mobilfunktechnik wird vom kommenden Jahr an schrittweise von der Mobilfunkgeneration UMTS ersetzt. Zunächst ist jedoch lediglich vorgesehen, dass bis zum Jahresende 2003 ein Viertel der Bevölkerung oder zwei Prozent der Fläche Deutschlands UMTS-Dienste nutzen können. Bis Ende 2005 soll die Netzabdeckung auf die Hälfte der Bevölkerung steigen, was rund acht Prozent der Fläche entspricht. Außerhalb der UMTS-Versorgungsgebiete werden Mobilfunkdienste weiterhin über die GSM-Technik abgewickelt.

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