Obama gewinnt
Obama: „Dies ist euer Sieg“

Er wird als erster schwarzer Präsident in das Weiße Haus einziehen: der Demokrat Barack Obama. Er nimmt seine Wahl an, wie er zuvor den Wahlkampf geführt hat. Seine Siegesrede ist kurz, für amerikanische Verhältnisse fast ohne Pathos. Die Botschaft klingt simpel, hat aber eine ungeheure Reichweite und Durchschlagskraft: Yes we can. Kein Ausrufzeichen, die Betonung liegt auf allen drei Wörtern.

law/HB CHICAGO. Der 47-Jährige Obama sicherte sich die erforderliche Mehrheit der 270 Wahlmännerstimmen mit Siegen in Ohio, Florida, Virginia und Iowa. Im ganzen Land brach Jubel bei der Entscheidung aus. In Chicago, der Heimatstadt des neu gewählten US-Präsidenten, feierte Hunderttausende Obama-Anhänger. Allein zur offiziellen Feier im Grant Central Park waren über 60 000 Menschen gekommen. Auch in New York am Times Square und am Rockefeller Center gab es große Jubelfeiern.

Kurz nach der Entscheidung trat Obama vor seine Anhänger. „Der Wandel ist nach Amerika gekommen“, rief Obama seinen Anhängern bei seiner Siegesrede zu. Die Wahl habe bewiesen, dass es die Vereinigten Staaten von Amerika gebe, über alle sozialen und ethnischen Grenzen hinweg, sagte ein strahlender Barack Obama, der auf die überwältigende Beteiligung aller Gruppen an dieser Wahl verwies. Es sei „ein Beweis der Macht der Demokratie“.

Obama stellt den Anspruch seiner Bewegung in einen großen historischen Kontext. Der Mensch ist zum Mond geflogen, die Berliner Mauer wurde eingerissen – und jetzt wird auch Amerika wieder auf den richtigen Kurs gebracht. Was ist der richtige Kurs? „Wir müssen dafür arbeiten, dass wir auf unser Land wieder stolz sind.“

„Dies ist euer Sieg. Ich weiß, dass ihr das nicht einfach getan habt, um eine Wahl zu gewinnen. Und ich weiß, dass ihr das nicht für mich getan habt. Ihr habt es getan, weil ihr das gewaltige Ausmaß der vor uns liegenden Aufgabe versteht“ sagte der Wahlsieger. Obama betonte die großen Herausforderung, die auf die USA warteten. Amerika befinde sich in zwei Kriegen, es gebe die größte finanzielle Krise seit langer Zeit. Es müssten „neue Jobs geschaffen, Allianzen repariert werden“. Dies werde seine Zeit brauchen, „wir werde mehr als ein Jahr brauchen“. Aber „wir werden es schaffen, das verspreche ich“.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat John McCain gestand seine Niederlage ein. Zugleich sagte er vor Anhängern in Phoenix im Bundesstaat Arizona, er habe dem Wahlsieger Barack Obama gratuliert. „Das amerikanische Volk hat gesprochen und es hat klar gesprochen“, sagte er. Am Tag nach der Wahl müsse die Zusammenarbeit über alle Parteigrenzen hinweg beginnen, um den großen Herausforderungen gerecht zu werden, „mit denen die größte Nation der Welt“ konfrontiert ist. Obamas Sprecher Robert Gibbs sagte, McCain habe Obama angerufen und seine Niederlage eingeräumt. Obama habe McCain gedankt und ihm gesagt, dass er einen harten Wahlkampf geführt habe. Dabei habe sich der republikanische Politiker stets ehrenhaft verhalten. Obama sagte nach Angaben seines Sprechers zu McCain: „Ich brauche ihre Hilfe, Sie sind ein Führer in so vielen wichtigen Fragen.“

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