Obama prescht beim Konjunkturprogramm vor
Angriff statt Verteidigung

Bislang hat sich Barack Obama nicht gerade als Wirtschaftsexperte hervorgetan. Als wahrscheinlicher Präsidentschaftskandidat der Demokraten macht er sich damit angreifbar. Auch in seinen jüngsten Äußerungen bleibt er vage. Dafür wird er umso konkreter bei der Suche nach den Schuldigen für die kriselnde Wirtschaftslage der USA.

mzi/cot WASHINGTON. Der demokratische US-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama will im Falle seiner Wahl die Schaffung von sieben Millionen Arbeitsplätzen in den Mittelpunkt seiner Wirtschaftspolitik stellen. Er kündigte am Mittwoch ein Programm im Umfang 210 Milliarden Dollar (144 Milliarden Euro) an, um neue Stellen im Baugewerbe und im Umweltbereich einzurichten.

Für rund fünf Millionen Jobs im „grünen Sektor“ sollen über zehn Jahre hinweg 150 Milliarden Dollar bereitgestellt werden, sagte Obama bei einer Kundgebung im US-Staat Wisconsin. Weitere 60 Millionen Dollar seien für rund zwei Millionen Arbeitsplätze bei öffentlichen Bauprojekten vorgesehen.

Mit dieser Ankündigung reagierte Obama auf Kritik seiner beiden Haupt-Konkurrenten im US-Vorwahlkampf, Hillary Clinton und John McCain. Sie hatten ihm vorgworfen, dem Wähler außer schwungvollen Reden wenig Substanz bieten zu können.

Außerdem muss Obama diejenigen Wähler für sich gewinnen, die bislang eher zu Clintons Stammwählerschaft zählten: Ältere, Einkommensschwache, Arbeiter. Dabei nimmt die Frage, ob Obama die USA aus einem Konjunkturtief mit drohenden Jobverlusten ziehen kann, eine immer bedeutendere Rolle ein.

Für Obama muss die Strategie jetzt lauten „Angriff statt Verteidigung“. Dazu passen auch seine jüngtsen Vorwürfe gegen seine Mit-Kandidaten. Obama machte Clinton sowie McCain für die kriselnde Wirtschaftslage der USA mitverantwortlich. Beide hätten für den Irak-Krieg gestimmt, „der uns tausende wertvolle Menschenleben und pro Woche Milliarden Dollar kostet“, sagte Obama auf einer Wahlkampfveranstaltung in einem General-Motors-Werk in Wisconsin. Dieses Geld könnte sinnvoller in Infrastruktur, berufliche Ausbildung und Gesundheitsversorgung investiert werden.

Umfragen zufolge haben die US-Bürger Sorge, dass sich die Wirtschaft bereits in einer Rezession befindet. Der weltgrößte Autobauer General Motors gab am Dienstag ein Minus von 38,7 Milliarden Dollar (26,5 Milliarden Euro) für das Jahr 2007 bekannt. Das ist der höchste Verlust in der 100-jährigen Firmengeschichte des Opel-Mutterkonzerns.

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