Obama-Rede vor der Siegessäule
„Amerika schafft es nicht alleine“

Angesichts der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts hat der demokratische US-Präsidentschaftskandidat Barack Obama eine engere Zusammenarbeit zwischen den USA und Europa gefordert. Nur gemeinsam könne die Terrorgefahr bekämpft und könnten die eigenen Werte in der Welt durchgesetzt werden, sagte Obama vor mehr als 200 000 Menschen in Berlin. Dafür müssten beide Opfer bringen, mahnte er.

HB BERLIN. Weder die USA noch Europa könnten sich deshalb leisten, sich zurückzuziehen. „Es ist Zeit, neue Brücken zu bauen.“ Als gemeinsame Ziele nannte Obama neben der Terrorbekämpfung unter anderem die atomare Abrüstung und den Kampf gegen den Klimawandel.

In der sowohl von deutschen als auch amerikanischen Fernsehsendern live übertragenen Rede bekannte sich Obama ausdrücklich zu einer engeren weltweiten Zusammenarbeit. „Amerika kann es nicht alleine schaffen. Und es hat keinen besseren Partner als Europa.“ Allerdings setze dies auch voraus, dass sich die Europäer stärker in der Welt engagierten. Eine engere transatlantische Zusammenarbeit war auch in seinen Gesprächen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) Thema gewesen.

Obama hatte Berlin als Ort seiner einzigen öffentlichen Rede auf seiner ersten Auslandsreise als US-Präsidentschaftskandidat gewählt. Mehrfach betonte er die Symbolkraft der Stadt für das Streben nach Freiheit und Frieden und erinnerte an die Berliner Luftbrücke vor 60 Jahren.

Der ungewöhnliche öffentliche Auftritt eines US-Wahlkämpfers im Ausland hatte in den USA für eine Debatte gesorgt. Obama betonte zwar, dass er „nicht als Präsidentschaftskandidat, sondern als Bürger der USA und Bürger der Welt“ spreche. Klares Ziel seiner Reise ist es aber, im US-Wahlkampf außenpolitisches Profil zu gewinnen. Auf diesem Feld gilt sein republikanischer Konkurrent John McCain als wesentlich erfahrener. Dieser kritisierte Obamas Auftritt. Auch er wolle gerne in Berlin reden. „Aber ich ziehe es vor, das als Präsident der Vereinigten Staaten und nicht als Präsidentschaftskandidat zu tun.“

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