Obermann und Holtrop steigen auf
Die neuen Telekom-Vorstände

Zwei Wochen nach seinem Amtsantritt hat der neue Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke den Führungszirkel der Deutschen Telekom AG umgebaut und zwei neue Mitglieder mit Zuständigkeit für die Sparten Mobilfunk und Internet berufen.

vwd DÜSSELDORF. Die Kurzbiographien der neuen Manager Obermann und Holtrop:

Der neue Verantwortliche für das Mobilfunkgeschäft ist ein typischer Selfmademan der New Economy: Mit Anfang Zwanzig gründete Rene Obermann in den frühen achtziger Jahren ein sprichwörtliches Garagenunternehmen, das Faxe und Anrufbeantworter importierte. Seitdem ist er ununterbrochen in der Telekommunikations-Branche aktiv. Der Telekom gehört der smarte Trendsetter mit dem modischen Kurzhaarschnitt seit 1998 an. Dort brachte er es vom Vertriebschef der Deutschlandgesellschaft T-Mobil bis zum Verantwortlichen für das europäische Mobilfunkgeschäft des Konzerns, ehe ihm nun der Sprung in den Holdingvorstand gelang.

Fortüne hatte der 39-Jährige von Anfang an: Aus der Garage wurde das Handelsunternehmen ABC Telekom in Münster, das der gelernte Industriekaufmann zu einem erfolgreichen Dienstleister im boomenden Mobilfunk ausbaute. 1991 verkaufte er die Gesellschaft an den Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa. Sieben Jahre später folgte Obermann dann einem Ruf Ron Sommers nach Bonn. Dem sportlichen Rheinländer werden Hemdsärmeligkeit und Durchsetzungsvermögen, zugleich aber auch Charisma nachgesagt. Er verstehe es besonders gut, Mitarbeiter zu motivieren, ist aus seiner Umgebung zu erfahren.

Die Belange der Branche kennt Obermann auch aus seiner Tätigkeit als Vorsitzender des damaligen Verbandes der Anbieter von Mobilfunkdiensten (VAM). Mit dem Hauptkonkurrenten Vodafone D2 verbindet ihn noch heute ein Draht der besonderen Art: Nachbar des Sommerhauses in Südfrankreich, in dem Obermann mit seiner Frau und den zwei Töchtern gerne Urlaub macht, ist kein anderer als D2-Chef Jürgen von Kuczkowski.

Kaufmann, Psychologe, Banker, Marketingfachmann - der neue Vorstand für das Internetgeschäft der Telekom hat beruflich viele Seite sowie internationale Erfahrung zu bieten. Weil die spezielle Web-Kenntnis anfangs weniger ausgeprägt war, hatten Fachleute gewisse Bedenken, als Thomas Holtrop Anfang 2001 zur Telekom kam und die Leitung der erst seit wenigen Monate börsennotierten Tochter T-Online übernahm. Der hochgewachsene Manager mit den graumelierten Haaren strafte aber rasch alle Kritiker Lügen - es gelang ihm, die defizitäre Gesellschaft stetig auf Profitabilität zu trimmen.

Der im Dezember 1954 in Dortmund geborene Holtrop, der sich wie sein Kollege Obermann mit Laufen fit hält, hat schon bei vielen verschiedenen Unternehmen gearbeitet. Immer war sein Know-how an der Schnittstelle von Werbung und Vertrieb gefragt. Seine Karriere begann 1981 als Abteilungsleiter für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit beim Club Mediterranee in Düsseldorf. Es folgten Stationen bei Robinson Hotels und einer Hamburger Werbeagentur. In der ersten Hälfte der neunziger Jahre war der verheiratete Vater zweier Kinder dann bei American Express International in Frankfurt, London und New York tätig.

1996 folgte die erste professionelle Berührung mit dem Internet - Holtrop baute die Bank 24 mit auf. Nach dem Zusammenschluss der Direktbank mit dem Privat- und Geschäftskundenbereich der Deutschen Bank AG wurde er Vorstand für Marketing und Produkte. Angeblich war er in dem Frankfurter Mutterkonzern für "höhere Weihen" vorgesehen. Doch Ron Sommer gewann ihn nach einem Kehraus im Vorstand für den Chefposten bei T-Online. Rasch schaffte es Holtrop mit seiner angenehmen, leisen und sachlichen Art, wieder Ruhe in das Darmstädter Unternehmen zu bringen. Dafür sorgte er gleich mit der Einführung von Bezahl-Angeboten für eine Art "Kulturrevolution" im Web.

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