Obrigheim und Neckarwestheim beroffen
EnBW räumt Sicherheitsverstöße in weiteren AKWs ein

Nach zahlreichen Vorfällen und Verstößen gegen die Sicherheitsauflagen im Atomkraftwerk Philippsburg hat die Betreibergesellschaft Energie Baden-Württemberg (EnBW) eingeräumt, dass es auch in zwei weiteren Kernkraftwerken in Baden-Württemberg Unregelmäßigkeiten gab.

Reuters KARLSRUHE. In Obrigheim und Neckarwestheim seien zu geringe Füllstände der Flutbehälter des Notkühlsystems festgestellt worden, teilte das Unternehmen am Freitag in Karlsruhe mit. EnBW kündigte die Berufung eines unabhängigen Experten zur Überprüfung der Vorgänge an. Die SPD warf unterdessen Landesumweltminister Ulrich Müller (CDU) vor, die Öffentlichkeit belogen zu haben und forderte seine Entlassung.

In Obrigheim lag der Füllstand der Flutbehälter, die eine Kernschmelze verhindern sollen, den Angaben zufolge im laufenden Jahr vorübergehend fünf Prozent unter dem Sollwert. Die Borsäure-Konzentration sei sechs Prozent zu niedrig gewesen. Beide Abweichungen seien in vorangegangenen Jahren ebenfalls aufgetreten. In Neckarwestheim sei nach einer Revision im Jahr 1997 eine um vier Prozent zu geringe Füllmenge gemessen worden. Die Borsäure-Konzentration sei dort aber in Ordnung gewesen. Die Abweichungen seien im Rahmen einer "vertieften Analyse" der Vorgänge im Block 2 des Kraftwerks Philippsburg entdeckt worden, hieß es weiter.

Ein unabhängiger Sonderprüfer solle nun alle sicherheitsrelevanten Vorgänge untersuchen und Konsequenzen aufzeigen, hieß es weiter. Er werde alle erforderlichen Handlungsfreiheiten und Zugang zu allen relevanten Unterlagen erhalten. Er sei nicht weisungsgebunden und könne seine Erkenntnisse ohne Einschränkungen veröffentlichen.

Im August war eine zu geringe Borsäure-Konzentration in den Flutbehältern des Blocks 2 im Atomkraftwerk Philippsburg zwei Wochen lang unbemerkt geblieben. Bei der Behebung dieses Fehlers wurde der Reaktor vorschriftswidrig nicht abgeschaltet. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe leitete inzwischen gegen die Verantwortlichen ein Ermittlungsverfahren ein.

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