Obwohl sie einen Produktionsrückgang erwarten, empfehlen Analysten einzelne Werte
Maschinenbau-Aktien noch nicht ausgereizt

Der deutsche Maschinenbau muss zurückstecken. Die Terror-Anschläge vom 11. September hinterlassen Spuren: Für das kommende Jahr ist ein leichter Produktionsrückgang in Sicht. Dennoch beurteilen Analysten einzelne Maschinenbauwerte positiv.

DÜSSELDORF. Der Aufschwung der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer mit einem Realwachstum von mehr als 10 % in den vergangenen beiden Jahren ist gestoppt. Für 2002 rechnet Eberhard Reuther, Präsident des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), mit einem Rückgang der Maschinenproduktion von 2 %. Darin sei ein Abschlag von 1 % berücksichtigt, der sich durch die unsichere weltpolitische Lage seit dem 11. September ergebe.

Diese Ungewissheit drückt sich auch in einer neuen Analyse von WestLB Panmure aus. "Das aktuelle Marktumfeld ist von hoher Unsicherheit geprägt, weshalb zu unserer derzeit gültigen Empfehlungsliste auch defensive Werte zählen", heißt es dort. Als "sichere Häfen" betrachtet die WestLB etwa die SMAX-notierte Beteiligungsgesellschaft Indus Holding, unter deren Dach vor allem Maschinenbauwerte zu Hause sind. Neu in die Empfehlungsliste aufgenommen wurden zudem die Maschinenbauer Gildemeister und Koenig & Bauer. Beide sind nach Auffassung der WestLB derzeit sehr niedrig bewertet. Bei Gildemeister und Indus rät die WestLB "Kaufen". Linde, Koenig & Bauer sowie die Vorzugsaktien von Krones stuft das Institut mit dem schwächeren, aber immer noch positiven Anlageurteil "Outperformer" ein.

Verband sieht keinen Grund für Schwarzmalerei

VDMA-Präsident Reuther betont indes, er gehe nicht von einer krisenhaften Zuspitzung nach dem Muster der Jahre 1991 bis 1993 aus. Für Schwarzmalerei bestehe kein Grund. Bereits unabhängig von den Terroranschlägen habe der Verband für 2002 einen leichten Produktionsrückgang eingeplant. Durch eine konjunkturelle Erholung in den USA, so das ursprüngliche Szenario, hätte die Maschinenbauproduktion im zweiten Halbjahr 2002 wieder auf Wachstumskurs einschwenken können. "An diesem Konjunkturmuster halten wir grundsätzlich fest", bekräftigt Reuther. Er geht jedoch davon aus, dass sich die bislang für das Frühjahr 2002 avisierte Wende um drei bis sechs Monate nach hinten verschiebt.

Auch die Bayerischen Landesbank warnt, Maschinenbauaktien könnten zunächst weiter unter negativen Gewinnaussichten leiden. Als positiv erachtet die Bank aber das niedrige Bewertungsniveau der Branche sowie das Bemühen sie neu zu ordnen und Konzerne umzubauen.

Per Saldo empfehlen die Analysten der BayernLB die Maschinenbaubranche neutral zu gewichten. "Sobald konjunkturelle Frühindikatoren positive Signale aussenden, sollte die Gewichtung des Sektors angehoben werden. Innerhalb der Branche präferieren wir momentan Dürr, IWKA, Krones, Linde und Pfeiffer Vacuum", heißt es in einer Studie.

Besonders beobachet wird seit einiger Zeit der Maschinenbauwert Heidelberger Druckmaschinen AG. Hier sind die Auffassungen recht unterschiedlich: HSBC Trinkaus empfiehlt "Aufstocken", was einem gedämpft optimistischen Urteil entspricht. M.M. Warburg plädiert für "Halten", die Bayerische Landesbank für "Neutral". Dagegen stuft die WestLB das Papier als "Underperformer" (unterdurchschnittliche Kursentwicklung) ein.

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