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OECD: Konjunktur in Deutschland auf Wachstumskurs

Zwar verliere die Konjunktur nach dem kräftigen Schub in diesem Jahr weltweit etwas an Fahrt, erklärte die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Montag in Paris. Doch 2002 sieht sie weiter ein Plus von 2,8 % in den Ländern der Euro-Zone und 4 % weltweit.

ap PARIS. Trotz anhaltend hoher Ölpreise steuert die Wirtschaft in Deutschland und dem Euro-Raum laut Einschätzung der OECD weiter auf Wachstumskurs. Zwar verliere die Konjunktur nach dem kräftigen Schub in diesem Jahr weltweit etwas an Fahrt, erklärte die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am Montag in Paris. Doch 2002 sieht sie weiter ein Plus von 2,8 % in den Ländern der Euro-Zone und 4 % weltweit. Die Arbeitslosigkeit soll weiter sinken.

Die Wachstumsdifferenz zwischen den USA und dem Euroraum wird sich der Prognose zufolge deutlich verringern. Während sich das Wachstum in den USA von 5,2 % in diesem Jahr auf 3,3 % 2002 abschwächen dürfte, sieht die OECD für den Euro-Raum ein Plus von immerhin noch 2,8 % in zwei Jahren (2000: 3,5 %). Japan legt den Prognosen zufolge nach 1,3 % in diesem Jahr 2002 um 1,8 % zu.

Für Deutschland rechnen die Experten nach einem dreiprozentigem Wachstum in diesem Jahr mit einem Plus von 2,7 im nächsten Jahr und 2,5 % 2002. Nicht zuletzt die große Steuerreform mit Entlastungen von mehr als einem Prozent des Bruttoinlandprodukts 2001 schaffe günstige Voraussetzungen. Positiv seien auch die zu erwartenden mäßigen Lohnsteigerungen um zwei Prozent für 2001 und 2002, der Einstieg in ein kapitalfinanziertes Rentensystem sowie die Geldpolitik, sagte Eckhard Wurzel von der OECD.

Rosig sehen die Wirtschaftsforscher die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt: Die Erwerbslosenquote in Deutschland könnte von 7,7 % in diesem Jahr über 6,9 im nächsten auf 6,3 % 2002 sinken. Dabei legt die OECD Zahlen des Statistischen Bundesamts zu Grunde und nicht die der Bundesanstalt für Arbeit. Die Inlandsnachfrage dürfte trotz höherer Zinssätze robust bleiben. Schwachpunkt bei den Investitionen bleibt nach Einschätzung der OECD die Bauwirtschaft, vor allem in Ostdeutschland.

Da die Erlöse aus dem UMTS-Lizenzen in Höhe von 2,5 % des BIP als außerordentliche Einnahmen verbucht werden, könnte der Staatshaushalt 2000 einen Überschuss von 1,4 % aufweisen. 2002 dürfte es ein Minus von 1,2 % geben, das wäre aber immer noch weniger als 1998 oder 1999. Voraussetzung sei eine strikte Haushaltsdisziplin, betonten die Wirtschaftsforscher.



Zwtl: Finanzmärkte bleiben Unsicherheitsfaktor



Die Inflation im Euro-Raum steigt laut OECD-Prognose von 1,2 % über 1,9 % 2001 auf zwei Prozent in zwei Jahren. Beim Ölpreis gehen die Experten in ihren Prognosen davon aus, dass der Rohstoff nach dem Anstieg um rund 60 % in diesem Jahr Ende 2001 wieder etwas billiger wird. Trotz aller Risiken sei die derzeitige Situation in ihren Dimensionen nicht mit den Ölpreisschocks der 70er Jahre zu vergleichen. Das teure Öl koste die Volkswirtschaften zwischen einem Drittel und einem halben Prozentpunkt Wachstum, sagte Andreas Wörgötter von der OECD.

Die Entwicklung an den Finanzmärkten bleibt für die Experten allerdings ein Unsicherheitsfaktor für ihre Prognosen. So könnte etwa der Wertverlust des Euros die Inflation über die Erwartungen hinaus steigen lassen. In Europa seien Inflationsgefahren derzeit jedoch nicht signifikant erkennbar, sagte Wörgötter.



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