Öffentlich-Rechtlichen Wettbewerbsverzerrung vorgeworfen
Vielen TV-Produktionsfirmen droht das Aus

Zahlreiche der 1500 kleineren und mittleren TV-Firmen werden nach Einschätzung des Marktführers, der Ufa Film & TV Produktion GmbH (Babelsberg), die derzeitige Krise im Fernsehen nicht überleben.

HB/dpa HAMBURG. "Vielen Produzenten droht in den nächsten Jahren das Aus", sagte Ufa-Chef Wolf Bauer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Angesichts sinkender Werbeerlöse vergüteten die Sender TV-Movies nicht mehr angemessen. Außerdem würden weniger Fernsehfilme bestellt.

Überlebensfähig seien dagegen Firmen, die im Infotainment-Bereich Talk- und Gerichtsshows produzierten. Bauer geht außerdem davon aus, dass die Produktionslandschaft durch die Übernahme von Pro Sieben Sat.1 durch den Hamburger Bauer-Verlag verändert werde. Es könne sein, dass Sat.1 künftig mehr auf Lizenzeinkäufe setze.

Bauer warf den öffentlich-rechtlichen Sendern Wettbewerbsverzerrung vor, da ARD/ZDF ihre eigenen Produktionstöchter bevorzugten. Er kündigte an, dass die Produzentenverbände in einem Gutachten prüfen lassen wollen, ob die Öffentlich-Rechtlichen ihre Sonderstellung missbrauchten. Bauer nannte "derlei In-sich-Geschäfte" bei ARD/ZDF "ökonomisch selten sinnvoll", da die öffentlich- rechtlichen TV-Firmen in vielen Fällen teurer produzierten als die freien Produzenten. Die zur RTL Group (Bertelsmann) gehörende Ufa ("Gute Zeiten, schlechte Zeiten"), die einen geschätzten Jahresumsatz von 300 Millionen Euro macht und auch für ARD/ZDF Filme herstellt, hat einen Marktanteil von 15 Prozent.

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