Öffentliche Hand hat sich nahezu nicht versichert
Extremus leidet unter Kostendruck der Industrie

Der Terrorversicherer Extremus benötigt wegen der schlechten Konjunktur eine längere Aufbauphase als geplant. Wie der Vorstandsvorsitzende Bruno Gas am Montag in Köln sagte, schließen viele Unternehmen auf Grund des herrschenden Kostendrucks keine Terrorpolice ab.

vwd KÖLN. Allmählich komme aber ein Umdenkprozess in Gang, dass Terrorrisiken im Sinne des Gesetzes zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) ein existenzbedrohendes Risiko sein könnten und daher zu versichern seien.

Der Versicherungsbestand belaufe sich aktuell auf 855 Verträge mit einem Jahresbeitragsvolumen von 104 Mill. Euro. 60 Prozent des Beitragsaufkommens entfielen auf 15 Verträge. Damit wären 40 Prozent aller Dax-Werte versichert. Für 2003 rechnet Gas mit einem Versicherungsbestand von 160 bis 190 Mill. Euro. Da viele Verträge erst im Jahresverlauf beginnen, würden die Beitragseinnahmen jedoch mit 120 bis 140 Mill. Euro hinter dem Versicherungsbestand bleiben.

Je nach erzieltem Umsatz werde Extremus einen kleinen Überschuss erzielen oder bis zu maximal zehn Mill. Euro Verlust machen. Ursprünglich hatte man angekündigt, dass im ersten Jahr 300 Mill. Euro Prämie eingefahren werden müssten, um kostendeckend zu arbeiten. Andernfalls hätte man den Betrieb einstellen wollen. Inzwischen seien die Kosten weiter abgesenkt worden und die Aktionäre hätten zugesagt, die Aufbauphase bis 2004 zu begleiten.

Unterstützt wurde diese Entscheidung von den Rückversicherern des so genannten zweiten Layers, die wegen des geringeren Risikos die mindestens zu zahlenden Rückversicherungsentgelte gesenkt hätten. Der erst im November 2002 gestartete Terrorversicherer hatte in seinem ersten Geschäftsjahr nur 2,6 Mill. Euro verdiente und 19,9 Mill. Euro gebuchte Prämien eingefahren und einen Anlaufverlust von 0,68 Mill. Euro gemacht.

Ein Rückzug würde einen Deckungsnotstand für Großrisiken herbeiführen, der auch investitionshemmend wirken könne, sagte der Vorstandsvorsitzende. Aussagen zu möglichen Auswirkungen des Irak-Krieges auf das eigene Geschäft wollte Gas nicht machen. Grundsätzlich versichere Extremus jedes Unternehmen und die öffentliche Hand. Deutschland stehe sicherlich nicht im Fokus der Dinge, die Spannungen würden sich aber sicherlich vemehren.

Vom Vertragsbestand entfallen 28 Prozent auf die Industrie, gefolgt mit 27 Prozent von Verkehrsunternehmen und 13 Prozent Versicherungsunternehmen. Die Öffentliche Hand habe sich nahezu nicht versichert. "Ob da etwas zu kurz gesprungen wird, wird sich noch erweisen", sagte Gas.

Extremus war im letzten Jahr von 16 im deutschen Versicherungsmarkt engagierten Versicherungsgruppen gegründet worden und deckt über zwei so genannte Layer von jeweils 1,5 Mrd. Euro und eine danach greifende Staatshaftung von zehn Mrd. Euro eine Haftungsstrecke von 13 Mrd. Euro ab. Versichert werden als Folgen eines Terroranschlages in Deutschland Feuer, Explosion, böswillige Beschädigung, in Fällen von vorangegangem Brand auch Kontamination, der Kostenschaden sowie die Betriebsunterbrechung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%