Öffentliche und private Investoren kürzen ihre Bau-Budgets
Verband der Bauindustrie fordert Notkartell

Der Präsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie, Ignaz Walter, hat am Montag ein Notkartell gegen unlautere Maßnahmen wie unhaltbare Ausschreibungsbedingungen und nicht akzeptable Verträge gefordert.

jun DÜSSELDORF. Zudem sei die Wiedereinführung von Sonderabschreibungen für die Altbaumodernisierung in den neuen Ländern notwendig. Der Grund für die Forderung laut Walter: Die Branche liege am Boden, der Konkurrenzdruck sei vernichtend.

Die unerwartet starke gesamtwirtschaftliche Abkühlung sowie die Zurückhaltung privater Investoren und der öffentlichen Hand haben den Abschwung in der deutschen Bauindustrie in diesem Jahr beschleunigt. Sorge bereitet der Branche vor allem der überraschende Einbruch im Wohnungsbau. So standen im vergangenen Jahr etwa 2,8 Mill. Wohnungen leer, 2,1 Mill. davon im Westen und rund 700 000 im Osten. Vor diesem Hintergrund erwartet der Verbandspräsident weiter sinkende Mieten und Baupreise.



Im Wirtschaftsbau dürfte die schwache Umsatz- und Nachfrageentwicklung des ersten Quartals im zweiten Halbjahr kaum noch ausgeglichen werden können. Das Umsatzminus dürfte hier im Westen bei 1 % und im Osten möglicherweise bei 10 % liegen. Beim öffentlichen Bau werde sich der seit 1995 zu beobachtende Niedergang beschleunigen. Die Umsätze dürften in den alten Bundesländern um 3 % und in den neuen Ländern um 6 % zurückgehen.



"Die Bauwirtschaft sieht sich am Rande des Abgrunds", konstatierte Walter. Für das laufende Jahr erwartet der Verband einen weiteren schweren Einbruch des baugewerblichen Umsatzes von 5 % auf 183,2 Mrd. DM. Im Herbst vergangenen Jahres war die Branche noch von einem Rückgang um 1 % ausgegangen. Die baugewerblichen Umsätze dürften im Westen um 3,5 % und im Osten 10,5 % schrumpfen. In den ersten drei Monaten sei der Umsatz in den alten Bundesländern um nominal 9,7 % gesunken. Im Osten habe sich der Abschwung beschleunigt. Dort sank der Umsatz nominal um 19,9 %.



Für die nähere Zukunft ist laut Verband keine Änderung in Sicht, denn auch das Volumen der Auftragseingänge habe im Westen um 5,8 % nominal unter dem Vorjahresniveau gelegen. Das Auftragsvolumen lag im Osten um 22,8 % unter dem Vorjahreswert. Im westdeutschen Bauhauptgewerbe waren im ersten Quartal dieses Jahres rund 679 000 Arbeitnehmer beschäftigt, im ostdeutschen 253 000, teilte Walter weiter mit. In diesem Jahr erwarte er "einen dramatischen Einbruch der Bautätigkeit und den Verlust von weiteren 50 000 bis 60 000 Stellen - davon etwa 30 000 in den neuen Ländern.

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