Öffentliche Vermarktung bislang untersagt
Hedge-Fonds wollen nicht mehr im Verborgenen bleiben

Alternativ-Investments erfreuen sich weltweit anhaltend starker Nachfrage. Dies gilt gerade für Hedge-Fonds. Die Branche will jetzt auch öffentlich um die Gunst der Anleger nachsuchen.

FRANKFURT/M. Amerikanische Hedge-Fonds wollen ihre Leistungen nicht mehr länger vor der breiten Öffentlichkeit verbergen. Informationen aus Washington zufolge plant die Standesorganisation dieses noch vergleichsweise jungen Zweigs der Finanzdiensleistungsbranche eine breit angelegte Kampagne, mit der die Akzeptanz bei den Anlegern erhöht werden soll. Nach den Plänen der Managed Funds Association (MFA) wollen Hedge-Fonds bei der US-Wertpapieraufsichtsbehörde SECum grünes Licht bitten, für ihre Produkte in Zukunft die Werbetrommel rühren zu dürfen. Die öffentliche Vermarktung der Produkte über Anzeigen und Werbekampagnen ist den Hedge-Fonds-Unternehmen sowohl in den USAals auch in Europa bislang untersagt.

Bei Hedge-Fonds handelt es sich aus rechtlicher Sicht nicht um Investmentfonds, sondern vielmehr um wenig regulierte Kapitalsammelstellen, die in ihrer Anlagepolitik in der Regel keinen oder aber nur geringen Beschränkungen unterliegen. Darüber hinaus weisen Hedge-Fonds meist eine nur geringe Transparenz auf. Weltweit existieren zum gegenwärtigen Zeitpunkt etwa 5000 Hedge-Fonds. Diese bringen es zusammen auf ein Anlagekapital von rund 500 Mrd. Dollar.

Gesellschaften kämpfen gegen Werbebann

Vor allem neu gegründete Hedge-Fonds-Gesellschaften mit noch geringerem Anlagevermögen hatten sich zuletzt bei der amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) für die Aufhebung des Werbekampagnen-Banns ausgesprochen. Die Branche der Investmentfonds und Mutual Fonds in den USAhat sich nicht zuletzt deshalb gegen diese Pläne ausgesprochen, weil die Hedge-Fonds- Branche gleichzeitig die meisten der geltenden großzügigen Regeln bezüglich der Anlagepolitik sowie der Informations- und Transparenzpflicht nicht aufgeben will.

Sowohl in den USA als auch in Europa hatten Finanzhäuser in den vergangenen Monaten Wege gefunden, die in der Vergangenheit vor allem auf institutionelle Investoren abzielenden Hedge-Fonds so gekonnt in moderne Finanzvehikel zu verpacken, dass sie auch für private Investoren interessant wurden. So sind derzeit alle großen deutschen Banken mit entsprechenden Produkten am Markt.

Die Deutsche Bank hat am Finanzplatz New York kürzlich das ehrgeizige Ziel verkündigt, zu einem der weltweit führenden Anbietern von Hedge-Fonds aufsteigen zu wollen.

US-Fonds mit Plus im ersten Quartal

Die Manager der US-Hedge- Fonds erzielten nach einer Analyse der Experten von VanHedge Funds Advisors International in den ersten drei Monaten des Jahres 2001 ein durchschnittliches Plus von immerhin 1,1 %.

Offshore-Hedge-Fonds, die ihren Sitz in den verschiedenen Steuerparadiesen dieser Welt haben, brachten es während dieses Zeitraums auf eine durchschnittliche Steigerung von insgesamt 0,4 %. Hedge-Fonds bieten sich auch deshalb als Anlage-Alternative zu herkömmlichen Investmentformen wie Aktien und Anleihen an, weil sie in der Regel eine nur geringe Korrelation zu diesen traditionellen Märkten aufweisen.

Dies gilt vor allem für Managed Futures, also für Futures Funds und Futures Pools. Dabei handelt es sich um Kapitalsammelstellen, die die ihnen von privaten und institutionellen Anlegern anvertrauten Gelder in Rohstoff- und Finanz-Derivate investieren.

Wie auch die meisten anderen Hedge-Fonds können auch Futures Funds durch den Einsatz von derivativen Finanzinstrumenten sowohl in steigenden als auch in fallenden Märkten Geld verdienen. Nach einer Analyse der Barclays Trading Group, Fairfield/Iowa, haben die Manager dieser Hedge-Fonds-Untergruppe in den ersten drei Monaten dieses Jahres überdurchschnittlich abgeschnitten. "Der Barclay-Futures-Index ist während dieser Zeit um 2,01 % und der Barclay-CTA-Index um 3,48 % gestiegen", erklärt Barclay-Chef Sol Waksman gegenüber dem Handelsblatt.

Systematisches Vorgehen belohnt

Am besten schnitten mit einem Plus von 5,45 % jene Anlageexperten ab, die an den Märkten systematisch vorgingen und Trendfolge-Modelle zur Umsetzung ihrer Strategie einsetzten.

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