Öffentliche Wahlkampfgelder abgelehnt
Obama verzichtet auf 84 Millionen Dollar

Hilfe vom Staat? Nicht für Barack Obama. Seine Finanzen stimmen. Ansonsten würde der demokratische Präsidentschaftskandidat wohl kaum rund 84 Millionen Dollar an öffentlichen Wahlkampfmitteln ausschlagen. Er ist damit der erste Bewerber, der auf dieses Extra verzichtet.

HB WASHINGTON. Barack Obama will im Wahlkampf um das US-Präsidentenamt auf öffentliche Gelder verzichten. Ihm entgehen damit mehr als 84 Millionen Dollar (rund 55 Millionen Euro). Er wäre der erste Kandidat, der auf die staatliche Unterstützung verzichtet.

Obama hat aber schon im Vorwahlkampf Rekordgelder an Spenden gesammelt und dabei auch deutlich seinen republikanischen Gegner John McCain überrundet. Im Vorwahlkampf hatte der Senator von Anhängern eine Rekordsumme von mehr als 200 Millionen Dollar erhalten. Und: Wenn er die öffentlichen Gelder annimmt, könnte er keine privaten Spenden mehr für seinen Wahlkampf annehmen.

Im vergangenen Jahr hatte Obama noch erklärt, er werde sich auf die öffentlichen Gelder stützen, wenn sein Gegner im Rennen um das Weiße Haus dies ebenfalls tue. Es wird erwartet, dass McCain auf die Bundeskasse zurückgreifen wird. Prompt kritisierte dessen Wahlkampflager Obamas Entscheidung und warf dem Demokraten einen Zickzackkurs vor. Obama habe sich einmal mehr als typischer Politiker erwiesen, der tue und sage, was ihm gerade als vorteilhaft erscheine, hieß es in einer Erklärung.

Das öffentliche Finanzierungssystem war 1976 mit dem Ziel geschaffen worden, den Einfluss des Geldes auf Präsidentschaftswahlen zu verringern. Allerdings gibt es Schlupflöcher. Im Wahlkampf vor vier Jahren waren beispielsweise Millionen von Privatspenden an politische Gruppierungen gegangen, die dann praktisch ohne Einschränkung für ihren Kandidaten Wahlwerbung betrieben.

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