Öko-Futtermittelskandal
Scharfe Kritik an Künast

Als Reaktion auf den Öko-Futtermittelskandal hat Niedersachsens Agrarminister Uwe Bartels (SPD) seine Ressortkollegin Renate Künast (Grüne) scharf angegriffen und zum Umdenken aufgefordert.

dpa OSNABRÜCK. Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) sagte Bartels, nun zeige sich, "dass Künasts einseitige Agrarpolitik zu Gunsten der Öko-Betriebe nicht gerechtfertigt ist". Offensichtlich könne der Öko- Anbau durch Schludrigkeit und kriminelle Energie genauso empfindlich getroffen werde wie der konventionelle Bereich.

Die Grünen-Politik nach dem Motto "Öko ist gut und sicher, und konventionell ist weniger gut und sicher" sei schon immer ein Trugschluss gewesen, meinte Bartels. "Es ist jetzt schon klar, dass es Öko-Betriebe waren, die sich an der Vertuschung des Skandals beteiligt haben." Die Bundesministerin solle in sich gehen und die von ihr seit eineinhalb Jahren verantwortete Politik der Polarisierung überdenken.

Am Wochenende waren Einzelheiten des Futtermittel-Skandals bekannt geworden. Öko-Betriebe in ganz Deutschland haben demnach monatelang Weizen an Geflügel verfüttert, der möglicherweise mit dem giftigen Unkrautvernichtungsmittel Nitrofen verseucht war. Das Agrarministerium in Hannover geht davon aus, dass Fleisch und Eier von betroffenem Geflügel in den Handel gelangt sind und verzehrt wurden. Laut dem Öko-Verband Naturland, der die Lebensmittel zertifiziert, trifft das zumindest auf möglicherweise belastete Eier zu. Das EU-weit verbotene Nitrofen gilt als Krebs erregend.

Ministerin Künast sprach am Sonntag von einem "ungeheuerlichen Vorgang". Nach Ansicht von Bartels handelt es sich um den größten Skandal in der deutschen Öko-Landwirtschaft. Der Minister ging von rund 100 betroffenen Bio-Betrieben in Deutschland aus. Mehrere Erzeuger haben inzwischen freiwillig die Auslieferung von Eiern, Wurstwaren und Fleischprodukten gestoppt und Rückholaktionen gestartet. Etliche Bundesländer leiteten Überprüfungen ein, mehrere Ökobetriebe wurden vorsorglich gesperrt.

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