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Ökobank macht dicht

Deutschlands erste "grüne Bank", die 1988 gegründete Frankfurter Ökobank, soll nach Angaben einer Sprecherin aufgelöst werden. Auf einer Vertreterversammlung am 30. Juni in Frankfurt soll die Auflösung der genossenschaftlichen Bank mit zuletzt 24 000 Anteilseignern beschlossen werden, sagte eine Sprecherin des Instituts der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag in Bochum

Reuters BOCHUM. "Nach den großen Verlusten in den beiden Vorjahren hat die Bank einen finanzstarken Partner gesucht und diese Suche ist gescheitert", fügte die Sprecherin hinzu. Der Bilanzverlust des Instituts liegt nach einem internen Lagebericht des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2000 bei rund 5,5 Mill. DM.

Das Bankgeschäft der Ökobank sowie die Abwicklung auf die BAG Bankaktiengesellschaft Hamm soll nach Angaben der Sprecherin rückwirkend zum 30. Dezember 2000 erfolgen. Ein entsprechender Vertrag sei bereits mit der BAG vereinbart worden, bedürfe aber noch der Zustimmung der Vertreterversammlung der Ökobank. Die Banklizenz werde dann an das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen in Bonn zurückgegeben.

In dem Reuters vorliegenden internen Lagebericht des Ökobank-Vorstandes ist ein Eigenkapitalanteil von knapp 16 (korrekt) Mill. DM ausgewiesen. Die Bilanzsumme für 2000 ist dem Bericht zufolge um 12,7 Mill. DM auf 366,7 Mill. DM zurückgegangen. Im Herbst 2000 war ein Übernahmeversuch der Bochumer GLS Gemeinschaftsbank gescheitert. Einen anderen Partner konnte die Ökobank nach Angaben der Sprecherin bisher nicht finden.

Die Ökobank steckt seit 1999 in einer Finanzkrise, als das Institut das erste Mal einen Bilanzverlust von über fünf Mill. DM ausweisen musste. Die Ökobank war 1988 mit einem Gründungskapital von sieben Mill. DM als Genossenschaft gestartet. Ziel war es, selbstverwaltete oder genossenschaftlich organisierte Betriebe zu fördern. Zuletzt hatte die Ökobank 24 000 Genossenschaftler.

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