Ökologisches Massaker
Tote bei verheerenden Bränden in Südfrankreich

Der französische Präsident Jacques Chirac will nach´den verheerenden Feuern in Südfrankreich mit aller Härte gegen Brandstifter vorgehen. "Wir werden die Brandstifter unerbittlich verfolgen und äußerst streng bestrafen", sagte Chirac auf seinem Rückflug von Französisch-Polynesien. Vier Menschen starben in den Flammen.

dpa FREJUS. Der schwer betroffene Ort Sainte-Maxime entging in der Nacht zum Dienstag nur mit knapper Not einer Panik. "Das Feuer breitete sich rasend schnell aus, und die Feuerwehr war völlig überfordert", sagte ein Retter.

Feuerwehrleute berichteten, sie hätten in der Nähe mehrere Brandherde mit Molotow-Cocktails gefunden. "Wir haben Flaschen mit Zündschnüren entdeckt", sagte der Bürgermeister von Fréjus, Elie Brun. Im Hinterland der Côte d'Azur gelang es am Dienstag den etwa 900 Feuerwehrleuten bis zum Mittag, die Flammen einzudämmen und ihr Überspringen auf bewohnte Gebiete zu verhindern. Im Maurengebirge wurden bislang über 8000 Hektar ein Raub der Flammen. Innenminister Nicolas Sarkozy sprach bei einem Besuch in der Region von einem "ökologischen Massaker". Feuerwehrleute aus anderen Regionen Frankreichs, aus Italien und Lösch-Helikopter aus Russland wurden zur Verstärkung herangezogen, wie Sarkozy sagte.

Auf Korsika erlag ein 49-jähriger Mann seinen schweren Verletzungen, die er sich bei einem Brand am Montag zugezogen hatte. Das Feuer auf der Mittelmeerinsel, das 450 Hektar Eichenwald und Unterholz zerstört hatte, konnte die Feuerwehr mittlerweile eindämmen.

6000 Menschen auf der Flucht

Die Leichen der drei Toten an der Côte d'Azur waren am Montagabend entdeckt worden. Zwei von ihnen, ein 15-jähriges Mädchen und ihre Großmutter, seien Briten, teilten die Behörden mit. Woher eine ebenfalls tot aufgefundene 76-jährige Frau stammt, wurde nicht bekannt. Mehr als 6000 Menschen mussten vorübergehend in Sicherheit gebracht werden. "Es gab völlig verstopfte Straßen, als die Leute flüchten wollten", sagte ein Anwohner bei Fréjus. Viele Urlauber seien bis zum Strand gefahren und hätten die Nacht im Auto verbracht. Anderen konnten in Notunterkünften Zuflucht finden. Bei Sainte-Maxime und bei Fréjus, wo zahlreiche Touristen Sommerresidenzen besitzen, wurden nach Angaben der Feuerwehr bis zu 60 Häuser beschädigt oder zerstört.

"Ich fahre jetzt zu meiner Villa zurück und hoffe, dass sie nicht abgebrannt ist", sagte ein Belgier nach einer schlaflosen Nacht im Auto. In dem Gebirge bei Fréjus hatte ein riesiges Feuer erst vor zehn Tagen etwa 10 000 Hektar eingeäschert. Der neue Brand ging ebenfalls von Vidauban aus und verlief dann etwas weiter südlich. Extreme Trockenheit und heftige Winde mit bis zu 60 Stundenkilometern begünstigen die Flammen. In jedem Sommer brennen in Südfrankreich tausende Hektar Wald. Beim bisher schlimmsten Brand 1949 starben in Südwestfrankreich 82 Menschen, 50 000 Hektar Wald wurden vernichtet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%