Ökosteuer und BSE schlagen durch
Unerwartet starker Anstieg der Verbraucherpreise

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts ist es trotz nachlassender Ölpreise im Januar zu einem starken Anstieg der Verbraucherpreise gekommen. Die privaten Lebenshaltungskosten stiegen um 0,5 Prozent. Stellungnahmen

dpa WIESBADEN. Trotz deutlich nachlassender Ölpreise ist es im Januar zu einem unerwartet starken Anstieg der Verbraucherpreise gekommen. Allein von Dezember auf Januar verteuerte sich die Lebenshaltung aller privaten Haushalte um 0,5 Prozent. Damit stieg die jährliche Inflationsrate auf 2,4 Prozent. Dies ergab eine erste Schätzung des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden am Donnerstag auf Basis der Ergebnisse von sechs Bundesländern. Erst im Dezember war die jährliche Teuerung auf Grund der nachgebenden Preise für Heizöl und Benzin auf 2,2 (November: 2,4) Prozent zurückgegangen.

Zu dem deutlichen Preisschub zum Jahresauftakt trugen in erster Linie politische Entscheidungen bei. Die Kfz-Steuer - vor allem für Autos mit hohem Schadstoffausstoß - stieg um fast 30 Prozent. Die Rundfunk- und TV-Gebühren zogen um fast zwölf Prozent an. Schließlich verhinderte die dritte Stufe der Ökosteuer einen stärkeren Rückgang der Benzin- und Dieselpreise. An den Tankstellen konnten Kraftstoffe nur 0,5 Prozent billiger gezapft werden als im Dezember.

Deutlich teurer war zum Jahresbeginn auch Erdgas. Dafür mussten die privaten Haushalt gut acht Prozent mehr bezahlen als im Dezember. Innerhalb eines Jahres verteuerte sich damit Gas nach den Recherchen der hessischen Statistiker um 30 Prozent. Heizöl lag dagegen nur noch um etwa 13 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bei Benzin wurde sogar der Stand vom Januar 2000 wieder fast erreicht.

Auch für Lebensmittel mussten die Verbraucher tiefer in die Taschen greifen. In Hessen verteuerten sich Nahrungsmittel innerhalb von vier Wochen um 1,5 Prozent. Dabei haben beachtliche Preissteigerungen für Schweinefleisch, Geflügel und Fisch eine entscheidende Rolle gespielt. In welchem Ausmaß der BSE-Skandal und das veränderte Verbraucherverhalten sich auswirkten, kann jedoch erst nach Veröffentlichung der endgültigen Zahlen genauer beurteilt werden. Das Bundesamt wird diese erst Mitte Februar vorlegen.

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