Öl-Aktien zählten zu den wenigen Gewinnern
Der Technologiesektor belastet die Wall Street

dpa-afx NEW YORK. Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Freitag im Bann der Technologiewerte gestanden und sind überwiegend mit Kursverlusten ins Wochenende gegangen.

Eine Gewinnwarnung des kanadischen Netzwerkausrüster Nortel Networks habe der fragilen Kurserholung der vergangenen beiden Tage eine abruptes Ende bereitet. Enttäuschende Unternehmensnachrichten von Dell Computers und Hewlett-Packard hätten die ohnehin angespannte Situation im Technologiesektor schwer belastet, sagten Händler.

Während der Standardwerteindex Dow Jones 0,84 % auf 10 799,82 Punkte nachgab, verlor der Nasdaq-Composite-Index deutliche 4,99 % auf 2 425,63 Zähler. Der marktbreitere S&P 500 fiel um 1,90 % und schloss mit 1 301,47 Punkten.

Neben den schlechten Unternehmensmeldungen hätten auch eine Welle von Wirtschaftsdaten für Unruhe an der Wall Street gesorgt. Vor allem der starker als erwartet gestiegene Erzeugerpreisindex habe die USA-Ökonomen überrascht. Auf Grund der damit angedeuteten höheren Inflationsgefahr sinken die Chancen, dass die US-Notenbank die Leitzinsen auf zukünftig im gleichen Umfang und Tempo senken wird, sagten Händler. Für eine Zinssenkung sprach hingegen der deutlich schwächer als erwartet ausgefallene Verbrauchervertrauensindex der University of Michigan. Der Index fiel im Februar auf 87,8 Punkte, wohingegen Experten 95,1 Punkte prognostiziert hatten

Schwächster Wert im Dow Jones waren Hewlett-Packard. Die Aktien des Computerherstellers brachen um 8,86% auf 33,13 $ ein; das Tagestief lag bei 31,30 $. Hewlett-Packard hatte am Donnerstagabend seine Geschäftszahlen für das erste Quartal vorgelegt und die Erwartungen der Analysten mit einem operativen Gewinn je Aktie von 37 Cent exakt erfüllt. Enttäuscht wurden die Analysten allerdings vom Ausblick. So werde das Unternehmen sein für das Gesamtjahr prognostiziertes zweistelliges Umsatzplus nicht erreichen. J.P. Morgan stuften die Aktien daraufhin auf "Market Performer" von "Langfristig Kaufen" herab.

Die übrigen Technologieaktien im Dow Jones konnten sich diesem Abwärtssog kaum entziehen und schlossen ebenfalls schwächer. Intel gaben 4,01 % ab, Microsoft verloren 2,55 % und IBM büßten 1,52 % ein.

Nortel brachen um 32,77 % ein. Das Unternehmen hatte am Donnerstagabend eine Umsatz- und Gewinnwarnung ausgesprochen und vor einer deutlichen Verlangsamung der Wirtschaft gewarnt. Für das erste Quartal erwartet Nortel einen operativen Verlust je Aktei von 4 Cent. Die durchschnittlichen Markterwartungen waren von einem Gewinn von 16 Cent je Anteilsschein ausgegangen. Insgesamt rechnet das Unternehmen jetzt nur noch mit einem Gewinnplus von 10% im Jahr 2001 - ein Drittel des ursprünglichen Ziels. Zudem wird Nortel rund 10 000 Stellen in diesem Jahr streichen.

Der Pharmasektor geriet nach einer Gewinnwarnung von Schering-Plough unter schweren Verkaufsdruck. Das Unternehmen gab am Freitag bekannt, dass der Gewinn je Aktie im ersten Quartal 15% unter den 40 Cent vom gleichen Vorjahresquartal liegen wird. Die Papiere schlossen mit einem Abschlag von 14,63 % auf 41,25 $. Merck fielen um 1,04 % und Eli Lilly um 2,99 %.

Zu den wenigen Gewinnern gehörten Aktien aus dem Ölsektor. Zum einen hätten diese Werte von der Branchenrotation der Anleger profitiert, sagte ein Händler. Zum anderen hätten die bestätigten Meldungen von Flugzeugangriffen von Seiten der USA und Großbritannien auf den Irak die Aussicht auf steigende Ölpreise verstärkt. ExxonMobil gewannen 1,84 % und waren damit Gewinner des Tages im Dow Jones. Chevron kletterten um 1,35 % und Texaco um 1,96 %.

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