Ölfelder: Brände sind bald unter Kontrolle

Ölfelder
Brände sind bald unter Kontrolle

US-Experten hoffen auf baldige Wiederaufnahme des Ölexports aus dem Irak.

mzi KUWAIT. Bevor die irakischen Soldaten den Rückzug aus dem Süden ihres Landes antreten mussten, hatten sie offenbar noch mehrere Ölquellen in Brand gesetzt. Jetzt sind kuwaitische und amerikanische Spezialisten damit beschäftigt, die Brände zu löschen. Die Sicherung der Ölfelder war von Beginn an eines der zentralen strategischen Ziele. Der Irak ist eines der Länder mit den größten Ölreserven - die USA wollen sie zumindest vorerst kontrollieren. Bis zum Kriegsbeginn produzierte der Irak täglich 2,5 Mill. Barrel. Insgesamt verfügt das Land über mehr als 1 600 Ölquellen.

Zwei der sechs brennenden Ölquellen sind bereits gelöscht. Die anderen vier Brände auf dem Rumaila- Ölfeld sollen nach Auskunft der Kuwait Oil Company (KOC) in den nächsten Tagen unter Kontrolle gebracht werden. Australische Spezialeinheiten hatten direkt bei Kriegsbeginn die Ölquellen gesichert. In Rumaila können täglich rund 500 000 Barrel gefördert werden. Im letzten Golfkrieg hinterließen die Iraker rund 700 brennende Quellen.

Rumaila besitzt nicht nur für den Irak größte Bedeutung. Das Ölfeld reicht auch auf kuwaitisches Gebiet - und war 1990 einer der Auslöser für die Besetzung des Emirats. Bagdad hatte Kuwait vorgeworfen, mit irregulären Bohrungen irakisches Öl abzupumpen - was nie entkräftet werden konnte.

Sollten die Brände schnell unter Kontrolle gebracht werden, könnte auch bald der Export irakischen Öls beginnen. Ölexperten wie Jan Stuart von ABN Amro rechnen deshalb damit, dass die Ausfuhren bereits in zwei bis drei Wochen beginnen könnten. Andere Quellen sprechen freilich noch von einigen Monaten.

US-Einheiten besetzten aber bereits zwei Offshore-Terminals für den Export, die sich etwa 35 Kilometer vor der Südküste befinden. Chef des amerikanischen Expertenteams der Firma Boots & Coots International Well Control aus Houston ist Brian Krause. Der 46-Jährige, der auch Präsident seiner Firma ist, hat unter dem legendären Red Adair sein Handwerk gelernt. In den 80er- Jahren arbeitete er bereits auf den Ölfeldern bei Kirkuk im Nordirak. Im Süden muss er sich jetzt vor allem mit Sabotage auseinander setzen. Denn die Quellen sind mit Sprengfallen bestückt, von Landminen umgeben und zudem noch immer von Guerillaaktionen bedroht. Die britische Armee hat deshalb eine umfangreiche Absicherung der Felder angeordnet.

Die kuwaitischen Experten der KOC, einer Tochter der Kuwait Petroleum Company, setzen bei ihren Löscharbeiten Wasser ein, das mit Hochdruck auf die Brände gespritzt wird. Die Hitze am Brandherd ist dabei zum Teil so groß, dass sich der Sand zu Glas verwandelt. Das technische Hauptproblem bei den Arbeiten sei allerdings weniger das Löschen als vielmehr die Versiegelung der Quelle. Für Ahmed al-Arbeed, Chef der KOC, haben schnelle Fortschritte an den Ölquellen auch psychologische Bedeutung. "Es ist für die Menschen bitter anzusehen, wie ihre Ölfelder brennen und damit auch ihre Ressourcen."

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