Ölkonzerne profitieren
Europas Börsen tendieren im Minus

Nur die Ölkonzerne können im Handel profitieren.

rtr FRANKFURT. Belastet von hohen Rohölpreisen und einem schwächelnden Euro haben die europäischen Börsen zum Wochenauftakt überwiegend schwächer tendiert. Auch die schwache Wall Street-Vorlage wirke sich negativ auf die Geschäfte aus, sagten Händler. Bis auf die Londoner Börse lagen alle Handelsplätze gegen Mittag im Minus. Außer den Ölkonzernen profitiere kein Unternehmen an der Börse von den hohen Ölpreisen, sagten Analysten. Die größten Verluste fuhren Telekommunikations- und Technologietitel ein. Die Gemeinschaftswährung Euro, die vergangene Woche neue Tiefststände gegen den Dollar und den Yen erreicht hatte, notierte im frühen europäischen Handel erneut deutlich unter der Marke von 0,86 $. Besonders ausländische Investoren in der Euro-Zone hätten aufgrund der schwachen Währung Vorbehalte gegen europäische Aktien, sagte ein Händler.

Von der Wall Street waren negative Vorgaben gekommen. Der technologielastige Nasdaq-Composite-Index hatte am Freitag mit einem Minus von 2,01 % auf 3 835,23 Zählern geschlossen. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte fiel um 1,45 % auf 10 927 Zähler. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel am Montag um 0,5 % auf 4 971 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) rutschte um 1,2 % auf 5 138 Punkte.

London: FTSE-Index uneinheitlich

An der Londoner Börse präsentierte sich der FTSE-100-Index uneinheitlich. Nachdem der Index im frühen Handel aufgrund von Verlusten bei Technologie-Titeln auf ein neues Fünf-Wochen-Tief gefallen war, schaffte er dank kräftiger Gewinne im Energiesektor gegen Mittag den Sprung in die Gewinnzone. Das Börsenbarometer notierte um 0,1 % höher mit 6423 Punkten. Dennoch gab es rund doppelt soviel Verlierer wie Gewinner im Index. Händler machten das Zusammentreffen verschiedener schwächender Faktoren für den "bärigen" Trend verantwortlich. Marktschwergewicht Vodafone verloren rund ein Prozent auf 267 Pence, die Bankengruppe HSBC gaben um 2,5 % nach. Die Gewinner waren Titel von BP Amoco, die um rund zwei Prozent auf 655 Pence anzogen. Auch Shell-Aktien waren im Aufwind, und legten 1,7 % zu. Cadbury Schweppes gewannen nach Bekanntgabe der Akquisitionspläne für die Getränkefirma Snapple Group rund drei Prozent.

Zürich: SMI-Index abwärts

An der Züricher Börse fiel der SMI-Index um 0,7 % auf 7956 Punkte. Im Mittelpunkt standen Sulzer-Aktien, sagten Händler. Der Technologie-Konzern hatte mitgeteilt, verschiedene Geschäftsbereiche verkaufen zu wollen, und mittels Aktientausch mit der Sulzer Medica fusionieren zu wollen. Die Aktien von Sulzer fielen um rund fünf Prozent auf 1 222 Franken. Novartis, die über den Börsengang von Syngenta informiert hatten, notierten um 24 Franken leichter. Titel von Roche lagen gegen Mittag um 0,4 % höher, Nestle-Titel gaben hingegen um 0,6 % nach.

Paris: CAC-Index folgen US-Vorgaben

Den negativen Vorgaben folgend fiel der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen an der Pariser Börse um 1,1 % auf 6 538 Zähler. Die Tendenz sei für den Tag weiter schwächer, sagten Händler. Aktien von Marktschwergewicht France Telecom verloren 1,9 % auf 123,7 Euro. Luxusgüterhersteller LVMH-Titel gaben um 2,3 % nach. Aktien von Ölgigant TotalFina zählten mit einem Plus von 0,8 % auf 181,8 Euro zu den wenigen Gewinnern.

Mailand: Mib30-Index fällt

Italienische Aktien tendierten im Einklang mit den Nachbarbörsen leichter. Der MIB30-Index fiel um 0,4 % auf 46982 Punkte. Die Stimmung sei vorsichtig, sagten Händler. ZU den umsatzstärksten Titeln gehörten Eni-Aktien, die 2,6 % auf 6,46 Euro zulegten. Olivetti-Aktien fielen hingegen um rund ein Prozent auf 3,48 Euro. Ebenfalls schwächer präsentierten sich Telecom Italia und Tecnost, die gegen Mittag jeweils rund 0,8 % tiefer notierten.

Madrid: Ibex-Index von Telefonica belastet

An der Börse in Madrid verlor der Ibex-Index bis gegen Mittag 0,95 % auf 11 353 Punkte. Aktien von Marktschwergewicht Telefonica fielen um rund zwei Prozent auf 23,9 Euro, Internet-Tochter Terra Networks legten hingegen 0,1 % auf 52,60 Euro zu, nachdem die Aktien im frühen Handel negativ tendiert hatten. Energiekonzern Repsol-Titel legten gegen den Trend 0,2 % zu.

Amsterdam: AEX-Index schwach

Im Amsterdamer Aktienhandel präsentierte sich der AEX-Index schwächer, und verlor bis gegen Mittag 1,2 % auf 667 Punkte. Aktien von Philips gaben rund drei Prozent auf 53,10 Euro ab. Händler sprachen von einem insgesamt negativen Umfeld für Technologieaktien, andere Gründe gebe es derzeit nicht. Royal Dutch profitierten als einer der wenigen Gewinner von den hohen Ölpreisen und verteuerten sich um knapp ein Prozent auf 73,4 Euro.

Wien: ATX-Index niedriger

An der Wiener Börse ist der ATX-Index um 1,1 % auf 1 168 Punkte gefallen. Bank Austria-Titel gaben rund zwei Prozent auf 60,40 Euro nach. Erste Bank-Titel verloren 0,7 %, während Aktien von Online-Einzelhändler Libro um rund zwei Prozent auf 36,70 Euro zulegten Ebenfalls im Plus notierten VA Stahl-Aktien, die um 0,9 % höher auf 28,78 Euro notierten.

Brüssel: BEL20-Index fällt

In einem insgesamt negativen Marktumfeld verlor der Bel20-Index in Brüssel 1,2 % auf 2985 Punkte. Zum ersten Mal seit Juli notierte der Index unter der 3000-er Marke. "Das ist ein internationales Phänomen, wir folgen den Vorgaben", sagte ein Händler. Titel von Computerunternehmen Real Software, die am bereits am Freitag nach Bekanntgabe eines Gewinnrückganges kräftig gefallen waren, rutschten um weitere 13 % auf 43,45 Euro ab. Electrabel-Aktien verloren 0,6 % auf 236 Euro. Ebenfalls zu den Verlierern gehörten die Papiere von KBC Bancassurance, die rund 3,6 % nachgaben.



Stockholm: OMX-Index abwärts

Der OMX-Index an der Stockholmer Börse verlor bis gegen Mittag 0,8 % bei 1297 Punkten. Indexschwergewicht Ericsson fiel um 1,50 schwedische Kronen auf 179 skr. Der finnische Konkurrent Nokia verlor 6,5 Kronen auf 423 skr. Zu den Gewinnern gehörte der Bekleidungseinzelhändler Hennes & Mauritz, dessen Aktien sich um zwei Kronen auf 172,50 skr verbesserten.

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