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Ölpreis bleibt trotz leichtem Rückgang in Tuchfühlung mit Juni-HöchstständenDPA-Datum: 2004-07-09 13:21:26

LONDON (dpa-AFX) - Der Ölpreis bleibt trotz eines leichten Rückgangs am Freitag weiter in Tuchfühlung mit den Höchstständen von Anfang Juni. Händler begründen den jüngsten Preisschub unter anderem mit gestiegenen Terrorrisiken. US-Heimatschutzminister Tom Ridge hatte am Vortag erneut vor Terroranschlägen vor den US-Präsidentschaftswahlen am 2. November gewarnt.

LONDON (dpa-AFX) - Der Ölpreis bleibt trotz eines leichten Rückgangs am Freitag weiter in Tuchfühlung mit den Höchstständen von Anfang Juni. Händler begründen den jüngsten Preisschub unter anderem mit gestiegenen Terrorrisiken. US-Heimatschutzminister Tom Ridge hatte am Vortag erneut vor Terroranschlägen vor den US-Präsidentschaftswahlen am 2. November gewarnt.

"Fundamental ist der jüngste Höhenflug nicht gerechtfertigt", sagte Ölexperte Andy Sommer von der HSH Nordbank. "Ein Engpass bei der Ölversorgung in der zweiten Jahreshälfte zeichnet sich nicht ab". Allerdings sei das Gemisch an Nachrichten derzeit für die Ölmärkte insgesamt "sehr ungünstig".

ÖLPREIS IN NEW YORK ÜBER 40 DOLLAR

Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im August gab bis Freitagmittag in London um 0,58 Prozent auf 37,55 US-Dollar nach. Trotz des leichten Rückgangs liegt der Ölpreis damit aber immer noch gut 3,5 Dollar über dem Stand Ende Juni. Neben der Terrorgefahr sorgten ein vorübergehender Streik im OPEC-Land Nigeria, Schäden an einer wichtigen Pipeline im Irak und die Yukos-Affäre in Russland für steigende Ölnotierungen. "Die geopolitische Unsicherheit bleibt ein Risikofaktor", sagte Sommer.

In New York verharrt der Ölpreis weiter über der Marke von 40 Dollar je Barrel. Im elektronischen Handel kostete ein Barrel (Light, Sweet Crude) mit Auslieferung im August 40,05 Dollar. Das waren 0,28 Dollar weniger als am Vortag. Am Donnerstag war der Ölpreis erstmals seit fünf Wochen wieder über die Marke von 40 Dollar geklettert.

'SPEKULATIVE ÜBERTREIBUNG'

"Das ist eine spekulative Übertreibung", sagte Sommer. Sowohl die jüngsten Lagerbestandsdaten aus den USA als auch die Erwartung einer nachlassenden Wirtschaftsdynamik in der zweiten Jahreshälfte in den USA müssten den Ölpreis eigentlich deutlich sinken lassen. Er rechnet bis zum Jahresende deshalb mit einem Brent-Barrel-Preis von 30 Dollar.

Die Beruhigungsversuche aus den Reihen der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) hätten in den vergangenen Tagen unterdessen nicht gewirkt, sagte Sommer. OPEC-Vertreter hatten wiederholt darauf hingewiesen, dass die beschlossene OPEC-Förderanhebung im August nicht auf dem Prüfstand stehe. Die OPEC hatte Anfang Juni eine schrittweise Ausweitung der Fördermenge um insgesamt 2,5 Millionen Barrel je Tag vereinbart. Ab Juli wurde die Fördermenge um 2 Millionen Barrel und ab August soll sie um weitere 500.000 Barrel pro Tag gesteigert werden.

'FÖRDERQUOTENANHEBUNG FÜR EFFEKTIVES ANGEBOT SEKUNDÄR'

"Die beschlossene Förderquotenanhebung ist für das effektive Angebot nur sekundär", sagte Sommer. Denn die tatsächliche Förderung übersteige die Quote bereits deutlich. An den Ölmärkten bestimmten weiter Ängste die Richtung.

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