Ölpreis fällt
Geteiltes Echo auf Iraks Einladung an Uno-Inspektoren

Die Einladung des Iraks an den Chef der Uno-Waffeninspektoren Hans Blix ist international auf ein geteiltes Echo gestoßen.Ein Sprecher des britischen Außenministeriums sagte am Freitag: "(Präsident) Saddam (Hussein) ist seit jeher für Spielchen bekannt." Das russische Außenministerium begrüßte hingegen den Brief des irakischen Außenministers Nadschi Sabri an die Uno als wichtigen Schritt zu einer friedlichen Lösung des Streits um eine Rückkehr der Inspektoren.

Reuters NEW YORK/LONDON. US-Präsident George W. Bush hatte am Donnerstag erneut den Willen seiner Regierung betont, einen Machtwechsel im Irak herbeizuführen. In Folge des irakischen Briefes fiel am Freitag der Ölpreis.

Die Erfahrung habe gezeigt, dass Saddam seine Versprechen nicht halte, sagte der britische Sprecher. "Irak verstößt weiter gegen mindestens 23 der 27 vom Uno-Sicherheitsrat verhängten Einzelauflagen". Die Bedingungen seien klar und unverändert: Einen unbegrenzten Zugang der Waffeninspektoren "zu jeder Zeit, an jedem Ort, überall". In der Erklärung des russischen Außenministeriums hieß es: "Moskau sieht den Vorschlag des Iraks als einen wichtigen Schritt zur Lösung der gegenwärtigen Probleme durch diplomatische und politische Maßnahmen (und) in Übereinstimmung mit bestehenden Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats."

Sabri hatte sich in dem Brief für frühstmögliche Gespräche ausgesprochen. Die Vereinten Nationen (Uno) nahmen zu dem Brief zunächst nicht Stellung. Zuletzt war eine dritte Gesprächsrunde zwischen dem Irak und der Uno über eine Rückkehr der Inspektoren Anfang Juli in Wien ohne Einigung beendet worden. Der Irak fordert unter anderem ein Ende der Sanktionen, die nach seinem Einmarsch in Kuwait im August 1990 verhängt worden waren.

Nach Bekanntwerden der Einladung fiel der Preis für ein Barrel (159 Liter) London Brent um 26 US-Cent auf 24,75 Dollar. "Die Gefahr eines US-Angriffs hatte den Markt hochgedrückt, er hat ihn auf jeden Fall unterstützt", sagte Steve Raker von Credit Lyonnais-Rouse. "Jetzt hat sich die ganze Grundlage dieser Unterstützung geändert."

Nach Medienberichten arbeitet das US-Militär an Plänen für einen Sturz Saddams. Der britische Premierminister Tony Blair soll Bush die militärische Unterstützung seines Landes zugesagt haben. Mehrere Staaten, darunter Deutschland und Frankreich, verlangen ein Uno-Mandat für einen Militäreinsatz gegen Irak.

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