Ölpreis gestiegen
17 Uno-Waffeninspektoren in Bagdad gelandet

Ein Gruppe von 17 Inspektoren landete gegen am Nachmittag in Bagdad. Am Mittwoch wollen sie mit der Suche nach Massenvernichtungswaffen beginnen.

Reuters BAGDAD. Der britische Premierminister Tony Blair warnte den irakischen Präsidenten Saddam Hussein nochmals eindringlich, kein "Versteckspiel" mit den Uno-Inspektoren zu veranstalten. Wegen der Angst vor einem Krieg legte der Ölpreis am Montag zunächst zu, gab dann aber auf Grund von Gewinnmitnahmen im Laufe des Tages wieder nach.

"Wir wissen, wo wir hin wollen", sagte eine Sprecherin der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), deren Mitarbeiter sich an den Waffenkontrollen beteiligen. Die Waffeninspektoren richten sich in Bagdad wieder im Canal Hotel ein, das sie 1998 verlassen hatten. Etwa 20 Tonnen an Ausrüstungs- und Versorgungsgütern sind in die irakische Hauptstadt gebracht worden, wo ein Vorauskommando der Uno sich seit der vergangenen Woche auf die Ankunft des Teams vorbereitet hatte. Am 8. Dezember werde eine zweite Gruppe von 30 bis 35 Experten folgen, sagte die IAEA-Sprecherin.

Die Inspektoren sollen dem Uno-Sicherheitsrat bis zum 27. Januar erstmals Bericht über ihre Arbeit erstatten. Sie hatten Irak vor vier Jahren verlassen, weil sie nach eigenen Angaben von den irakischen Behörden an ihrer Arbeit gehindert wurden. Irak hatte einigen von ihnen Spionage vorgeworfen.

"Wir haben keinen Zweifel, dass er (Saddam) Massenvernichtungswaffen hat", sagte Blair in London. "Warten wir ab, was er jetzt sagt." Blair bekräftigte, dass falsche Angaben über die irakischen Waffenprogramme einen schwerwiegenden Verstoß gegen die Uno-Abrüstungsresolution darstellten. Uno-Generalsekretär Kofi Annan und Frankreichs Präsident Jacques Chirac betonten bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Paris, nur eine vollständige Erfüllung der Resolution könne einen Krieg verhindern. IAEA-Chef Mohamed ElBaradei sagte in Kairo, wenn die Inspektoren einen positiven Bericht geben könnten, dann "sind die Inspektionen eine Alternative zum Krieg und kein Vorwand für Krieg".

Irak ist dem Resolutionstext zufolge verpflichtet, bis zum 8. Dezember eine lückenlose Aufstellung seiner Waffenprogramme vorzulegen. Sollte Irak nicht mit den Uno-Inspektoren kooperieren, sieht die Uno-Resolution ernste Konsequenzen vor. Die USA hatten für diesen Fall mit einem Militärschlag gedroht.

Vor der Ankunft der Inspektoren in Bagdad stieg der Preis der Ölsorte Brent um 29 Cent auf 25,50 $ pro Barrel (159 Liter). Händler begründeten dies mit der Angst vor einem Krieg, der den Ölfluss aus der Region unterbrechen könnte.

Der Chef der Uno-Inspektoren, Hans Blix, soll am Montag den Uno-Sicherheitsrat über Gespräche mit Vertretern der irakischen Regierung zur Wiederaufnahme der Inspektionen informieren. Zudem steht im Uno-Sicherheitsrat am Montag die Entscheidung über eine Verlängerung des Programmes "Öl für Lebensmittel" um weitere sechs Monate an. Nach dem Überfall Iraks auf Kuwait 1990 hatte die Uno Sanktionen gegen Irak verhängt. Das Programm erlaubt Irak die Ausfuhr einer begrenzten Menge Rohöl. Für die Erlöse dürfen etwa Lebensmittel und Medizin eingeführt werden.

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