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Ölpreis-Rekorde lösen Unruhe aus - Sorge über Anstieg auf 50 Dollar

(dpa-AFX) NEW York/London - Der Anstieg der Ölpreise auf neue Rekordhöhen löst zunehmend Befürchtungen über Benzinpreisverteuerungen und Konjunkturfolgen aus. Nachdem die 40- Dollar-Hürde übersprungen wurde, mehren sich die Prognosen, dass der Ölpreis weiter in Richtung 50 Dollar je Barrel (159 Liter) klettern könnte. Der Verband der internationalen Fluggesellschaften (Iata) warnte vor einem Kostenschub in diesem Jahr von rund 10 Milliarden Dollar für die Luftfahrtindustrie mit der Folge, dass ein Absturz erneut in die roten Zahlen drohe.

(dpa-AFX) NEW York/London - Der Anstieg der Ölpreise auf neue Rekordhöhen löst zunehmend Befürchtungen über Benzinpreisverteuerungen und Konjunkturfolgen aus. Nachdem die 40- Dollar-Hürde übersprungen wurde, mehren sich die Prognosen, dass der Ölpreis weiter in Richtung 50 Dollar je Barrel (159 Liter) klettern könnte. Der Verband der internationalen Fluggesellschaften (Iata) warnte vor einem Kostenschub in diesem Jahr von rund 10 Milliarden Dollar für die Luftfahrtindustrie mit der Folge, dass ein Absturz erneut in die roten Zahlen drohe.

Aufgrund der extrem gestiegenen Ölpreise befürchte die internationale Luftfahrtindustrie einen Kostenschub von rund zehn Milliarden Dollar, sagte der Generaldirektor des Verbands der internationalen Fluggesellschaften (Iata), Giovanni Bisignani, dem "Handelsblatt" (Montag). Trotz des Booms auf den internationalen Routen sei in diesem Jahr ein Abrutschen in die roten Zahlen für die Industrie kaum noch aufzuhalten, klagte Bisignani.

Die Lufthansa sieht durch die gestiegenen Ölpreise derzeit allerdings keine gravierenden Folgen. "In jedem Fall wird das auf absehbare Zeit nicht auf die Ticketpreise durchschlagen", sagte Sprecherin Bettina Rittberger am Samstag in Frankfurt am Main. Die größte deutsche Fluggesellschaft sichert ihre Treibstoff-Käufe nach Brancheninformationen durch länger laufende Verträge gegen abrupte Preisbewegungen nach oben ab.

Zum Wochenschluss verteuerte sich der Rohölpreis in New York am Freitag auf den Rekordwert von 43,80 Dollar je Barrel. Damit stieg der Preis für einen Barrel zur Lieferung September im Laufe dieser Woche um mehr als 2 Dollar. Händler begründeten den erneuten Anstieg nach eintägiger Verschnaufpause mit der anhaltenden Ungewissheit über die Zukunft des größten russischen Ölexporteurs Yukos.

Auch in London schossen die Ölpreise in die Höhe. Ein Barrell der Nordseesorte Brent kostete am Freitag in London zum Geschäftsschluss 40,03 Dollar, soviel, wie seit 14 Jahren nicht mehr. Kevin Norrish, Analyst bei Barclays Capital, sagte dem "Daily Telegraph" (Samstag), der Ölpreis könne im Winter, wenn die Nachfrage steige, bis auf 50 Dollar per Barrell klettern. Seiner Ansicht nach kann der Preisanstieg nur durch ein starken Rückgang der Nachfrage gestoppt werden. "Es ist alles dafür vorbereitet, dass die Preise weiter steigen", sagte er.

"Der hohe Ölpreis ist eines der großen Risiken für die Weltwirtschaft", warnte der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter. Der Ölpreis liege nun schon seit zwei Jahren auf einem Niveau, "dass durch Fundamentaldaten nicht gerechtfertigt werden kann", sagte er der "Berliner Zeitung" (Samstag). An den Märkten werde erwartet, dass das Barrel Öl auch im kommenden Jahr teurer als 30 Dollar bleibe. Wenn das eintrete, "muss man Abstriche beim privaten Konsum und damit beim Wirtschaftswachstum machen", meinte Walter.

Nach Einschätzung von Branchenbeobachtern dürften durch den Ölpreis-Höhenflug auch die Benzinpreise in Deutschland weiter hoch bleiben. Am Samstag lag ein Liter Super nach Brancheninformationen im Schnitt bei gut 1,17 Euro, ein Liter Diesel bei 95 Cent.

Neben der schwelenden Yukos-Krise sorgt die Furcht vor Versorgungsstörungen bei gleichzeitig steigender Nachfrage vor allem aus China für Nervosität an den internationalen Handelsplätzen. Auch der Präsident der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), Purnomo Yusgiantoro (Indonesien), zeigte sich über den Yukos-Fall beunruhigt. Yukos trägt mit rund 1,6 Millionen Barrel allein etwa zwei Prozent zur weltweiten Erdölproduktion bei. Die Sorge über die Zukunft von Yukos "hat bereits einen psychologischen Effekt auf den Markt", warnte der Opec Opec-Öl-Chef. lag zuletzt durchschnittlich knapp unter 38 Dollar je Barrel, das höchste Niveau seit der Kuwait- Krise 1990.

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