Archiv
Ölpreis setzt Höhenflug fort - Rekordmarken im Tagesrhythmus

(dpa-AFX) London - Der Rohölpreis hat am Mittwoch seinen Höhenflug fortgesetzt und in London und New York neue Höchstmarken erreicht. In der Spitze legte der Preis für ein Barrel Rohöl (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Septemberauslieferung bis auf 40,99 US-Dollar zu. Zuletzt lag die Notierung mit 40,97 Dollar um 33 Cent über dem Schlussstand des Vortages. Damit hat der Brent-Ölpreis seine alte Höchstmarke von Anfang Oktober 1990 von 40,95 Dollar übertroffen. Allein in den vergangenen zwei Wochen ist der Ölpreis um vier Dollar in die Höhe geschnellt.

(dpa-AFX) London - Der Rohölpreis hat am Mittwoch seinen Höhenflug fortgesetzt und in London und New York neue Höchstmarken erreicht. In der Spitze legte der Preis für ein Barrel Rohöl (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Septemberauslieferung bis auf 40,99 US-Dollar zu. Zuletzt lag die Notierung mit 40,97 Dollar um 33 Cent über dem Schlussstand des Vortages. Damit hat der Brent-Ölpreis seine alte Höchstmarke von Anfang Oktober 1990 von 40,95 Dollar übertroffen. Allein in den vergangenen zwei Wochen ist der Ölpreis um vier Dollar in die Höhe geschnellt.

Am New Yorker Warenterminmarkt Nymex legte der Preis für Rohöl zur Septemberauslieferung unterdessen in der Spitze bis auf 44,29 Dollar je Barrel (159 Liter) zu. Das war das höchste Niveau seit Beginn des Terminhandels 1983.

Kein Förderpolster DER Opec

Terrorgefahren, hohe Nachfrage sowie das Eingeständnis der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), dass kurzfristig keine Förderausweitung möglich sei, gelten bei Händlern als die Haupttriebfedern des jüngsten Ölpreisschubs.

Angesichts des fehlenden Förderpolsters der Opec hält der Ölexperte Klaus Matthies beim Hamburgischen Welt-Wirtschaftsarchiv (Hwwa) die Weltwirtschaf über explodierende Ölpreise derzeit für "so verwundbar wie noch nie". Die Opec habe kurzfristig keine freien Förderkapazitäten mehr. "Das ist noch nie da gewesen", sagte Matthies. Bisher habe Saudi-Arabien bei Engpässen immer einspringen können.

IW: 'Temporäre, Psychologische Übertreibung'

Vor der bevorstehenden Wintersaison sei keine deutliche Entspannung zu erwarten, sagte Matthies. Der Ölpreis dürfte zum Jahresende eher zwischen 35 bis 40 Dollar je Barrel und nicht wie bisher angenommen bei 30 Dollar je Barrel liegen. Auch im kommenden Jahr seien eher 35 Dollar je Barrel zu erwarten. Gleichwohl warnte der Experte vor einer Dramatisierung der Lage. Die Wirtschaft stehe angesichts des Ölpreises nicht am Scheideweg. Die Abhängigkeit sei inzwischen deutlich geringer geworden.

Das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hält unterdessen trotz des hohen Ölpreises zunächst an seiner Konjunkturprognose für 2004 und 2005 fest. "Was wir derzeit erleben, ist eine temporäre, psychologische Übertreibung wegen Terrorangst", sagte der Direktor des IW, Michael Hüther, am Mittwoch der dpa. Ein von Experten ins Spiel gebrachter künftiger Ölpreis von 50 Dollar je Barrel sei von den Marktbedingungen her nicht plausibel. "Das würde voraussetzen, dass es zu wirklichen politischen Eruptionen kommt, etwa ein Krieg im Nahen Osten."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%