Ölpreis sinkt deutlich: Schneller US-Vorstoß verhindert Öl-Katastrophe

Ölpreis sinkt deutlich
Schneller US-Vorstoß verhindert Öl-Katastrophe

Es war ein Wettlauf gegen die Zeit, und am fünften Tag nach Beginn des Krieges im Irak sieht es so aus, als hätte die US-Armee in diesem Punkt bereits gewonnen: Sie konnte die Ölfelder im Süden des Landes und um die Millionenstadt Basra unter ihre Kontrolle bringen. Dadurch hätte die US Army nach eigenen Angaben verhindert, dass die Iraker Ölquellen in Brand gesteckt hätten.

kri/HB DÜSSELDORF. Ohne allzu große Zerstörungen hätten die Felder besetzt werden können, verlautete aus dem amerikanischen Hauptquartier. Die BBC meldete am Wochenende, nach dem Weiterrücken der US-Armee seien jetzt britische Soldaten für die Sicherung der Anlagen zuständig. Britische Soldaten haben auch die nahe der irakischen Hafenstadt Um Kasr gelegene Halbinsel Fau eingenommen, wie der britische Verteidigungsminister Hoon sagte. Nach seinen Worten habe dadurch die Gefahr einer Ölpest gebannt werden können.

Dennoch brennt es. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erklärte gestern, "wenige Dutzend" der Ölfelder würden brennen. Britische Medien hatten am Freitag gemeldet, im südlichen Irak stünden insgesamt bis zu 30 Ölquellen in Brand. Sieben bis neun Bohrlöcher stehen nach amerikanischen Angaben in dem Ölfeld Rumaila in Flammen und eine Ölquelle brennt in Al-Zubair, dem zweitgrößten Ölfeld nach Rumaila. Kein Vergleich zum Golfkrieg 1991, als die irakische Armee beim Rückzug nach dem Prinzip verbrannte Erde handelte und mehr als 700 Ölquellen in Brand steckte. Nach Agenturangaben stehen bereits 20 Spezialisten aus Kuwait bereit, um zu löschen.

Die militärischen Nachrichten von der Eroberung der größten irakischen Ölfelder haben den Ölpreis unmittelbar gedrückt und beeinflussen so auch die Benzinpreise. "In den nächsten Tagen wird Benzin um mindestens fünf Cent pro Liter billiger", sagte Heino Elfert, Chef des Energie-Informationsdienstes, in einem Interview. Der Energie-Experte des HamburgerWeltwirtschaftsarchivs (HWWA), Klaus Matthies, sagte: "Wenn die Erfolgsmeldungen aus dem Irak anhalten, wird der Barrelpreis weiter in Richtung der 20- Dollar-Marke sinken."

US-Ökonom erwartet Boom nach Ölpreisrückgang

Der amerikanische Ökonom und Berater früherer US-Regierungen, Fred Bergsten, erwartet sogar, dass der Preis für Erdöl nach dem Angriff auf den Irak um weitere 10 bis 15 Dollar je Barrel falle und damit einen Wirtschaftsboom auslösen wird. "Jede Reduzierung des Ölpreises um einen Dollar je Barrel erhöht die globale Wirtschaftsaktivität um 30 Milliarden Dollar", sagte Bergsten dem Berliner Tagesspiegel.

Die Gefahr einer Ölkatastrophe ist allerdings noch nicht ganz ausgestanden. Im Nordirak lagern weitere große Erdöl-Vorkommen. Gestern wurden die Städte Kirkuk und Mosul, die in unmittelbarer Nähe großer Ölfelder liegen, mit Marschflugkörpern und Bombenabwürfen attackiert. Noch gibt es keinen Meldungen darüber, ob auch in dieser Region des Landes Bohrlöcher brennen.

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