Ölpreis steigt
Waffeninspektoren kehren nach Irak zurück

Nach einer vierjährigen Pause und Kriegsdrohungen der USA sind am Montag Uno-Waffeninspektoren nach Irak aufgebrochen. Die erste Gruppe flog gegen Mittag von Zypern ab. "Wir wissen, wo wir hin wollen", sagte eine Sprecherin der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), deren Mitarbeiter sich an der Suche nach Massenvernichtungswaffen beteiligen.

Reuters BAGDAD. Die ersten Durchsuchungen waren für Mittwoch geplant. Iraks Außenminister Nadschi Sabri warf den USA vor, die Irak- Resolution nur als Vorwand für einen Krieg zu benutzen. Seine Worte verstärkten die Sorgen an den Ölmärkten.

Die Waffeninspektoren richten sich in Bagdad wieder im Canal Hotel ein, das sie 1998 verlassen hatten. Etwa 20 Tonnen an Ausrüstungs- und Versorgungsgütern sind in die irakische Hauptstadt gebracht worden, wo ein Vorauskommando der Vereinten Nationen (UNO) sich seit der vergangenen Woche auf die Ankunft des Teams vorbereitet. Am 8. Dezember werde eine zweite Gruppe von 30 bis 35 Experten folgen, sagte die IAEA-Sprecherin.

Sabri schrieb in dem am Sonntag veröffentlichten Brief an UNO-Generalsekretär Kofi Annan, sein Land habe die Resolution in der Hoffnung akzeptiert, dem Volk einen Angriff zu ersparen. Die USA hätten indes in der Vergangenheit den UNO-Sicherheitsrat häufig für ihre aggressiven Absichten gegen Irak benutzt.

IAEA-Chef Mohamed ElBaradei sagte am Montag in Kairo, wenn die Inspektoren einen positiven Bericht geben könnten, dann "sind die Inspektionen eine Alternative zum Krieg und kein Vorwand für Krieg". Die USA haben mit einem Militärschlag gegen Irak gedroht, wenn Irak die Uno-Auflagen verletzt.

Händler: Ölpreis steigt aus Angst vor einem Krieg

Vor dem Abflug der Inspektoren stieg der Ölpreis. Händler sprachen von der Angst vor einem Krieg, der den Ölfluss aus der Region unterbrechen könnte. Sabris Brief trug zu der Besorgnis bei: "Irak scheint zu glauben, dass ein Krieg unvermeidbar ist", sagte Christopher Bellew von Prudential-Bache International in London. Die Ölsorte Brent kostete kurz vor dem Abflug der Inspekteure 25,50 $ pro Barrel (ein Barrel sind 159 Liter), ein Anstieg von 29 US-Cent.

Die Inspektoren sollen am Mittwoch mit ihrer Arbeit beginnen und bis zum 27. Januar dem UNO-Sicherheitsrat erstmals Bericht erstatten. Bis zum 8. Dezember soll Irak laut Resolution vollständig Auskunft über sein Waffenprogramm geben. Die Waffeninspektoren hatten das Land vor vier Jahren verlassen, weil sie nach eigenen Angaben von den irakischen Behörden an ihrer Arbeit gehindert wurden. Der Irak hatte einigen von ihnen Spionage vorgeworfen.

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