Ölpreis steigt wieder
Kriegsängste drücken Dollar auf neue Tiefstände

Neu entfachte Befürchtungen der Anleger vor einem Krieg gegen Irak haben den Dollarkurs am Montag belastet.

Reuters LONDON. Zum Euro und Schweizer Franken fiel er zeitweise auf den tiefsten Stand seit Juli. Auch zur japanischen Währung sackte der Dollar weiter ab, was an den Märkten die Spekulationen um baldige Interventionen Japans zu Lasten des Yen verstärkte.

Die europäische Gemeinschaftswährung notierte am frühen Nachmittag etwas unter dem EZB-Referenzkurs von 1,0126 (Freitag 1,0107) Dollar. In der Spitze war der Euro zuvor bis auf 1,0171 Dollar geklettert. Im Referenzkursverfahren der Banken wurde er mit 1,0153 (1,0111) Dollar ermittelt. Zur Schweizer Währung sank der Dollar zeitweise unter 1,44 Franken, und zur japanischen Valuta verlor er einen halben Yen auf Kurse um 119,30 Yen.

"Der Dollar hat kurzfristig Probleme", sagte Steven Pearson, Währungsstratege bei der Halifax Bank of Scotland Treasury Services. Zwei Faktoren belasteten die US-Währung: die Kriegsgefahr im Irak und der trübe US-Konjunkturausblick. Einige Händler ergänzten, auch die höheren Zinsen in Europa im Vergleich zu denen in den USA drückten den Dollar-Kurs. Am US-Feiertag "Veterans Day" sprachen sie aber von geringen Umsätzen.

Wachsende Kriegsängste ließen auch den Ölpreis am Montag wieder steigen. Das irakische Parlament wollte im Laufe des Tages zu einer Sondersitzung zusammentreffen, um über die neue Resolution der Vereinten Nationen (UNO) zur Abrüstung des Landes zu diskutieren. Die am Freitag einstimmig verabschiedete Resolution fordert einen ungehinderten Zugang der Inspektoren zu Lagern und Produktionsstätten von Massenvernichtungswaffen. Für den Fall eines Verstoßes gegen die Auflagen haben USA und Großbritannien einen Militärschlag gegen das Land angekündigt.

Weitere Aufschlüsse über die Lage der US-Wirtschaft versprechen sich Marktteilnehmer von den Konjunkturdaten, die in dieser Woche zur Veröffentlichung anstehen. Erwartet werden die Einzelhandelsumsätze und Industrieproduktion für Oktober sowie der Michigan-Index zum Verbrauchervertrauen für November. Am Mittwoch wird sich zudem der Chef der US-Notenbank (Fed), Alan Greenspan, vor einem Kongressausschuss zur Lage der Wirtschaft äußern.

Die Yen-Kursgewinne verstärkten an den Märkten indes Spekulationen, Japan könne bald erneut am Markt eingreifen, um die Landeswährung zu schwächen und so die heimische Exportwirtschaft zu unterstützen. Der im Finanzministerium für Währungsfragen zuständige Haruhiko Kuroda bezeichnete den jüngsten Kursanstieg des Yen als völlig unangemessen. Analysten werteten diese Äußerungen als Versuch, den Yen herunterzureden. "Die Frage ist, ob dann auch die tatsächliche Intervention folgt", sagte Mitul Kotecha, Volkswirt bei Credit Agricole Indosuez.

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