Archiv
Ölpreise erklimmen erneut Rekordhöhen - Yukos-Krise löst Unruhe aus

(dpa-AFX) NEW York/London - Die Ölpreise sind zum Wochenschluss auf neue Rekordhöhen geklettert. An der New Yorker Warenterminbörse Nymex verteuerte sich Rohöl zur Lieferung September am Freitag auf 43,80 Dollar je Barrel (159 Liter). Damit stieg der Preis im Laufe dieser Woche um mehr als 2 Dollar. Händler begründeten den Anstieg mit der anhaltenden Ungewissheit über die Zukunft des größten russischen Ölexporteurs Yukos. Auch in London schossen die Ölpreise in die Höhe. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg über die Marke von 40 Dollar und lag zuletzt bei 40,03 Dollar.

(dpa-AFX) NEW York/London - Die Ölpreise sind zum Wochenschluss auf neue Rekordhöhen geklettert. An der New Yorker Warenterminbörse Nymex verteuerte sich Rohöl zur Lieferung September am Freitag auf 43,80 Dollar je Barrel (159 Liter). Damit stieg der Preis im Laufe dieser Woche um mehr als 2 Dollar. Händler begründeten den Anstieg mit der anhaltenden Ungewissheit über die Zukunft des größten russischen Ölexporteurs Yukos. Auch in London schossen die Ölpreise in die Höhe. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg über die Marke von 40 Dollar und lag zuletzt bei 40,03 Dollar.

Aufgrund der extrem gestiegenen Ölpreise befürchtet die internationale Luftfahrtindustrie einen Kostenschub von rund zehn Milliarden Dollar. Dies sagte der Generaldirektor des Verbands der internationalen Fluggesellschaften (Iata), Giovanni Bisignani, dem "Handelsblatt" (Montagausgabe).

Ölpreis Grosses Risiko FÜR DIE Weltwirtschft

Trotz eines Booms auf den internationalen Routen sei in diesem Jahr ein Abrutschen in die roten Zahlen für die Industrie kaum noch aufzuhalten, klagte Bisignani. "Der hohe Ölpreis ist eines der großen Risiken für die Weltwirtschaft", warnte der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter. Der Ölpreis liege nun schon seit zwei Jahren auf einem Niveau, "dass durch Fundamentaldaten nicht gerechtfertigt werden kann", sagte er der "Berliner Zeitung" (Samstag).

Neben der schwelenden Yukos-Krise sorgt die Furcht vor Versorgungsstörungen bei gleichzeitig steigender Nachfrage vor allem aus China für Nervosität an den internationalen Handelsplätzen.

Opec Über Yukos Extrem Besorgt

Der Präsident der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), Purnomo Yusgiantoro (Indonesien), zeigt sich über die den Yukos - Fall besorgt. Yukos trägt mit rund 1,6 Millionen Barrel allein etwa zwei Prozent zur weltweiten Erdölproduktion bei. Die Sorge über die Zukunft von Yukos "hat bereits einen psychologischen Effekt auf den Markt, und die Opec ist extrem besorgt, weil sie Angebot und Nachfrage beeinflusst", warnte der Opec-Chef.

Opec-Öl kostete am Donnerstag durchschnittlich 37,94 (Mittwoch: 37,95) Dollar - das ist das höchste Niveau seit der Kuwait-Krise 1990 - und lag damit deutlich über dem von der Opec angestrebten Preisziel von 22 bis 28 Dollar.

'Höhenflug HAT Ausschliesslich Psychologische Gründe'

Auch der saudi-arabische Ölminister Ali el-Naimi bekräftigte die Einschätzung, dass der Höhenflug der Ölpreise ausschließlich psychologische Gründe hat. Es gebe genügend Öl auf dem Markt; die Balance von Nachfrage und Angebot sei in Ordnung, sagte der Minister der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagausgabe). Eine Bedrohung des Wachstums durch die anhaltend hohen Ölpreise sieht Naimi aber nicht. Zahlen, nach denen ein Preisanstieg von 10 Dollar je Barrel einen Wachstumsschwund in der Weltwirtschaft um einen halben Prozentpunkt bewirke, seien mit Vorsicht zu genießen. "Ich sehe ein gesundes Wachstum in China, in den USA und in der Europäischen Union", sagte der Minister. Sein Land verfügt Experten zufolge als einziges in der Opec noch über nennenswerte freie Förderkapazitäten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%