Ölpreise heizen Inflation an
Lebenshaltung im Februar deutlich teurer

Deutlich gestiegene Ölpreise haben zum Jahresanfang 2003 die Inflation angeheizt. Die Preise für die Lebenshaltung der privaten Haushalte lagen im Januar um 1,1 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Reuters BERLIN. Nach Angaben der jeweiligen Statistischen Landesämter vom Mittwoch stiegen die Verbraucherpreise zum Vormonat in Hessen, Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen um 0,5 Prozent bis 0,7 Prozent. Die Jahresteuerung kletterte dabei auf Raten zwischen 1,0 und 1,5 Prozent, was nach Schätzung von Analysten für Gesamtdeutschland eine Inflation zwischen 1,3 und 1,4 Prozent erwarten lässt. Im Januar waren die Preise nach endgültigen Berechnungen zum Vormonat unverändert geblieben und hatten 1,1 Prozent über dem Vorjahr gelegen.

Die jüngsten Daten berechnen die Landesämter erstmals auf Grundlage der Verbrauchergewohnheiten von 2000. Die Umstellung des Warenkorbs wirkte sich allerdings kaum aus. Von Reuters befragte Volkswirte hatten vor Veröffentlichung der Daten im Schnitt einen Anstieg der Verbraucherpreise zum Vormonat um 0,3 Prozent und eine Jahresteuerungsrate von 1,1 Prozent prognostiziert. Am Donnerstag wollen Sachsen und Brandenburg ihre Inflationszahlen bekannt geben. Auf Basis dieser sechs Bundesländer berechnet das Statistische Bundesamt die vorläufige Inflationsrate für ganz Deutschland.

Irak-Krise treibt Ölpreis und deutsche Inflation in die Höhe

Für den Anstieg der Verbraucherpreise war erneut vor allem der Anstieg der Ölpreise als Folge der Irak-Krise verantwortlich. So verteuerte sich Heizöl im Januar beispielsweise in Bayern um neun Prozent, die Preise für Kraftstoffe stiegen um knapp vier Prozent. Im Vergleich zum Februar 2002 kostete Heizöl sogar ein fast ein Drittel mehr. Auch teurere saisonabhängige Nahrungsmitteln trugen zum Preisanstieg von Januar auf Februar bei. Gleichzeitig waren sie aber billiger als ein Jahr zuvor und dämpften somit die Jahresrate.

In den kommenden Monaten rechnen die meisten Analysten nicht mit einer deutlichen Beschleunigung des Preisanstiegs. "Mit Sicherheit kommen auch in den kommenden Monaten sehr niedrige Inflationsraten", sagte Julian von Landesberger von der HypoVereinsbank. Zum Jahresende erwartet der Ökonom dann jedoch wieder leicht steigende Inflationsraten.

Für Überraschung sorgte eine drastische Revision der vorläufigen Berechnungen für die Preisentwicklung von Dezember auf Januar. Wegen einer methodischen Umstellungen bei der Erfassung von Pauschalreisen blieben die Verbraucherpreise zum Jahreswechsel konstant, nachdem die Statistiker zunächst von einem Anstieg um 0,9 Prozent ausgegangen waren. Die Jahresrate im Januar entsprach jedoch mit 1,1 Prozent dem vorläufigen Wert.

Aktualisierung des Warenkorbs beeinflusst Daten kaum

Erstmals ermittelten auch die Statistischen Landesämter die Preisdaten unter Berücksichtigung der Verbrauchergewohnheiten im Jahr 2000 und nicht mehr auf Basis von 1995. Aus der Statistik herausgenommen wurden veraltete Produkte wie Kaffee-Handfiltertassen, Diaprojektoren und elektrische Schreibmaschinen. Neu hinzu kamen Scanner, Laserdrucker und Digitalkameras. Das Statistische Bundesamt stellt alle fünf Jahre auf ein neues Basisjahr um und passt Zusammensetzung und Anteile der berücksichtigten 750 Waren und Dienstleistungen im Warenkorb den aktuellen Verbrauchsgewohnheiten an. Weil sich die Verbrauchsgewohnheiten aber nur langsam änderten, werde es aber keine dramatischen Veränderungen in der Preisstatistik geben.

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