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Ölpreise klettern auf neue Höchststände - Kurze Yukos-Erleichterung

(dpa-AFX) London - Der Höhenflug der Ölpreise hat sich am Freitag trotz der leichten Entspannung bei der Yukos-Krise fortgesetzt. In Asien und London übertrafen die Notierungen ihre erst am Mittwoch gesetzten Rekordmarken. Händler begründeten den neuerlichen Preisschub mit der Sorge vor möglichen Versorgungsstörungen bei weiter anziehender Nachfrage.

(dpa-AFX) London - Der Höhenflug der Ölpreise hat sich am Freitag trotz der leichten Entspannung bei der Yukos-Krise fortgesetzt. In Asien und London übertrafen die Notierungen ihre erst am Mittwoch gesetzten Rekordmarken. Händler begründeten den neuerlichen Preisschub mit der Sorge vor möglichen Versorgungsstörungen bei weiter anziehender Nachfrage.

In London näherte sich der Preis für Rohöl zur Septemberauslieferung bis auf wenige Cent der Marke von 40 US-Dollar je Barrel (159 Liter) an. Im elektronischen Handel des New Yorker Warenterminmarktes Nymex kletterte der Preis mit 43,34 Dollar auf den höchsten Stand seit Beginn des Terminhandels 1983.

'Nicht NUR Yukos'

"Es ist nicht nur Yukos. Die Nachfrage nach Öl ist derzeit unglaublich stark", sagte Analyst Bruce Evers bei Investec. Die Erleichterung des Vortages im Sog der Nachricht, dass der vor der Zwangsvollstreckung stehende russische Ölkonzern Yukos < Yusa.MUN > nun doch weiter Öl fördern und verkaufen darf, habe nicht lange angehalten. Die weltweite Angebotslage bereite angesichts der weiter steigenden Nachfrage nicht nur aus den USA und China, sondern auch aus Indien und Europa "ernste Sorge", sagte Evers.

Auch für Chefanalyst John Hatherly, bei M & G Investments, ist die Hauptursache für den hohen Ölpreis, dass einer starken Nachfrage ein knappes Angebot gegenübersteht. Das gelte auch nach der jüngsten Erhöhung der Fördermengen durch die Opec. Die Nachfrage aus den USA sei sehr hoch und werde wegen der näher rückenden Heizperiode wahrscheinlich auch in der nächsten Zeit hoch bleiben.

50 Dollar 'Durchaus Möglich'

Angesichts der beschränkten Zahl von Ölproduzenten für eine Erhöhung der Fördermengen und drohender Unterbrechungen der Förderung seien weitere deutliche Preiserhöhungen wahrscheinlich. Dieser Trend könnte noch durch Spekulationen verstärkt werden. "Ein Anstieg des Ölpreises auf 50 Dollar ist durchaus möglich", sagte Hatherly.

Unterdessen hält der saudi-arabische Ölminister Ali el-Naimi den Ölmarkt für ausgeglichen. Es gebe genügend Öl auf dem Markt; die Balance von Nachfrage und Angebot sei in Ordnung, sagte der Minister der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagausgabe). "Da gibt es keine Probleme." Die grundlegenden Dinge seien in Ordnung. Eine Bedrohung des Wachstums durch die anhaltend hohen Ölpreise sieht Naimi nicht.

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