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Ölpreise unterbrechen Talfahrt - Anschlag auf irakische Pipelines

Nach der Talfahrt der Ölpreises mit einem fünftägigen scharfen Abwärtstrend haben die Notierungen an den internationalen Rohstoffmärkten am Freitag wieder leicht zugelegt. Nach einem neuerlichen Anschlag auf Ölfördereinrichtungen im Irak blieb der Preis für Rohöl zur Oktoberauslieferung in New York aber zunächst deutlich unter 44 $ je Barrel (159 Liter).

dpa-afx LONDON/NEW YORK. Nach der Talfahrt der Ölpreises mit einem fünftägigen scharfen Abwärtstrend haben die Notierungen an den internationalen Rohstoffmärkten am Freitag wieder leicht zugelegt. Nach einem neuerlichen Anschlag auf Ölfördereinrichtungen im Irak blieb der Preis für Rohöl zur Oktoberauslieferung in New York aber zunächst deutlich unter 44 $ je Barrel (159 Liter).

Am Freitag störte ein weiterer Sabotageakt auf irakische Öleinrichtungen die Lieferungen an die Verladestationen im Süden des Landes. Nach Medienberichten unter Berufung auf Offizielle der irakischen Ölindustrie habe es einen Anschlag auf zwei parallel laufende Ölpipelines gegeben. Erst in der Nacht zum Donnerstag beschädigte eine Explosion acht parallel laufende Pipelines, ohne allerdings den Ölfluss zu stören.

Preis VON 30 Dollar "Absolut Realistisch"

Im Vormittagshandel stieg der Ölpreis in New York um 32 Cent auf 43,42 $. In London kletterte die Notierung für einen Barrel (159 Liter) Öl zur Oktoberauslieferung um 33 Cent auf 40,66 $. Trotz der leichten Erholung zum Wochenschluss rechnen Experten aber mit weiteren kräftigen Preisrückgängen in den kommenden Handelstagen.

Am Freitag hatte der Präsident der Organisation der Erdöl exportierender Länder (Opec), Purnomo Yusgiantoro, bereits die Marke von 30 $ als Zielvorgabe des Kartells bekannt gegeben. "Der Ölpreis ist gefallen, wir wollen aber, dass er auf 30 $ zurückgeht", sagte Yusgiantoro nach Angaben der Zeitung "Jakarta Post" (Freitagsausgabe).

"Platzen Einer Spekulationsblase"

Das angestrebte Ziel der Opec von 30 $ je Barrel (159 Liter) nannte Ölexperte Eugen Weinberg von der Baden Bank-Württemberg "absolut realistisch". Der Preisrückgang werde allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen. Bis zum Jahresende erwartet Weinberg an der Warenterminbörse Nymex in New York ein Absinken auf 35 $. An der Londoner Rochstoffbörse wird der Barrel der Sorte Brent nach Einschätzung der Commerzbank "auf Sicht von einem Jahr nur noch etwa 30 $ kosten".

Neben dem Ölexperten Weinberg von der Baden-Württemberg-Bank rechnet auch die Commerzbank schon bald mit weiteren deutlichen Preisabschlägen. Die Anleger beobachten das "Platzen einer Spekulationsblase", hieß es übereinstimmend aus beiden Instituten. Auch von Seiten der US-Regierung dürfte der Ölpreis zudem weiter unter Druck geraten. Mit den Präsidentschaftswahlen Anfang November werde sich Amtsinhaber George W. Bush für weitere Preisrückgänge stark machen, sagte Weinberg.

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