Ölwerte durch sinkenden Rohölpreis unter Druck: Gewinnmitnahmen drücken US-Börsen ins Minus

Ölwerte durch sinkenden Rohölpreis unter Druck
Gewinnmitnahmen drücken US-Börsen ins Minus

Grundsätzlich sei die Hoffnung auf eine Konjunkturbelebung in den USA in den Kursen bereits größtenteils vorweggenommen, sagten Analysten.

Reuters NEW YORK. Gewinnmitnahmen haben die Kurse an den New Yorker Aktienmärkten am Mittwoch im späten Geschäft nach Händlerangaben in die Verlustzone gedrückt. Optimistische Ausblicke der Technologiekonzerne Cisco Systems und Oracle vom Vortag hatten die Kurse zuvor noch beflügelt. Der Dow-Jones-Index schloss 0,56 % im Minus auf 10 094,09 Punkten. Der Nasdaq-Index gab 0,53 % auf 2 044,89 Zähler ab, der breiter gefasste S&P-500-Index verlor 0,48 % auf 1 155,14 Punkte.

Händler sagten, Meldungen vom Absturz eines Tankflugzeuges der US-Marineinfanterie über Pakistan hätten den Optimismus über den Aufwärtstrend der Kurse im Sitzungsverlauf bereits gedämpft. "Es wird (im Afghanistan-Krieg) mehr Tote geben. Man wird dauernd daran erinnert", sagte Ned Collins, Händler bei Daiwa Securities.

"Die vorherrschende Meinung ist, dass die Erwartung auf eine Erholung bereits in den Kursen ist", sagte Peter Coolidge, Händler bei Brean Murray & Co. "Die Leute fragen sich, wie viel Platz es noch nach oben gibt, wenn wir eine normale Erholung haben werden".

Die Prognosen des weltgrößten Netzwerkausrüsters Cisco Systems und des Softwarekonzerns Oracle hatten nach Händlerangaben Hoffnungen auf einen baldigen Anstieg der Firmengewinne genährt. Cisco hatte eine Ausdehnung seiner Marktanteile sowie mehrere kleine Akquisitionen angekündigt. Cisco-Aktien schlossen nach Gewinnen im frühen Geschäft 0,48 % niedriger auf 20,85 Dollar, nachdem sie im Verlauf noch deutlich zugelegt hatten.

Oracle-Titel lagen dagegen auch zu Handelsschluss weiter im Plus mit 6,22 % bei 16,73 Dollar. Der Finanzchef des Softwarekonzerns, Jeff Henley, hatte gesagt, er sei optimistisch über die Geschäftsentwicklung 2002. Thomas Weisel Partners stuften die Aktien des Unternehmens am Mittwoch herauf auf "Kaufen" von zuvor "Market perform". Die Aktien des Computerkonzerns Gateway büßten hingegen deutlich um 12,74 % auf 6,71 Dollar ein. Die Ratingagentur Moddy's hatte ihre Kreditbewertung für das Unternehmen auf "Junk Status" gesenkt.

Ölwerte gaben im Zuge des wieder gefallenen Rohölpreises deutlich nach. Die Titel des Ölkonzerns Exxon Mobil verloren 1,16 % auf 39,24 Dollar, die Aktien der Bohrfirma Noble Drilling gaben 0,45 % auf 33,02 Dollar ab.

Die in der nächsten Woche beginnende Bilanzsaison dürfte in den kommenden Tagen verstärkt in den Blickpunkt der Marktteilnehmer rücken, sagten Händler. Nach Angaben von Thomson Financial/First Call waren nur noch rund 46 % der Vorankündigungen Warnungen der Unternehmen vor geringeren Gewinnen im abgelaufenen Quartal, verglichen mit 67 % im Durchschnitt der drei Vorquartale.

An der New York Stock Exchange wechselten insgesamt rund 1,46 Mrd. Aktien den Besitzer, dabei überwogen 1 600 Verlierer 1 525 Gewinner, und 188 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,30 Mrd. Aktien 1 944 Titel im Minus, 1 689 im Plus und 281 unverändert.

Am US-Rentenmarkt notierten die richtungweisenden zehnjährigen Bonds zuletzt 6/32 im Plus mit 99-17/32 Punkten und erbrachten eine Rendite von rund 5,06 %. Die 30-jährigen Titel wurden 12/32 höher auf 98-5/32 bewertet und rentierten mit 5,50 %.

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