Ölwerte unter Druck
Europäische Börsen mehrheitlich mit Verlusten

Reuters. Die europäischen Börsen haben am Mittwoch mehrheitlich schwächer geschlossen. An vielen Handelsplätzen standen Ölwerte unter Druck, nachdem das amerikanische Petroleum Institute am Dienstag nach Börsenschluss einen unerwartet hohen Anstieg bei Rohöl- und Benzinvorräten festgestellt hatte. Dadurch könnte sich die Nachfrageseite etwas entspannen, was wiederum tendenziell zu fallenden Preisen am Weltmarkt führt. Mit einem schwachen Verlauf der US-Börsen notierten dann auch zunehmend Technologie- und Telekomwerte schwächer. Händlern zufolge ließen in den USA Anleger Vorsicht walten und hielten sich im Vorfeld anstehender Quartalsprognosen von US-Unternehmen zurück.

Die US-Technologiebörse Nasdaq notierte am Abend (MESZ) mit einem Abschlag von 0,5 Prozent auf 2 223 Zähler, der Dow-Jones-Index verlor 0,8 Prozent auf 11 092 Punkte.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz notierte zur selben Zeit 0,9 Prozent im Minus bei 4 277 Punkten, der Euro-Stoxx- 50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) gab 0,5 Prozent auf 4 469 Zähler ab.

LONDON - FTSE im Minus - Telekoms schwächer

Die Londoner Börse schloss schwächer. Der FTSE-Index verbuchte ein Minus von 0,4 Prozent auf 5 901 Zähler. Kursverluste bei den Telekom - und Ölwerten machten Zuschläge bei den Finanztiteln wett. Unter den Öltiteln schlossen Shell mit 1,6 Prozent im Minus. BP-Papiere gaben 1,39 Prozent ab. Bei den Telekomwerten verloren Vodafone 1,7 Prozent, und British Telecom gaben um 2,8 Prozent nach. Zuschläge verzeichnete dagegen der Bankensektor. Investoren erwarteten hier positive Halbjahresergebnisse, sagten Börsianer. Der Aktienkurs der Royal Bank of Scotland kletterte um 2,8 Prozent, Barclays legten um knapp zwei Prozent zu.

ZÜRICH - Von Einzelwerten ins Minus gedrückt

Die Schweizer Börse schloss etwas schwächer. Händler sagten, Verkäufe bei einzelnen Finanzwerten hätten den Markt in einem lethargischen Geschäft leicht gedrückt. Der SMI-Index beendete den Handelstag mit einem Minus von 0,16 Prozent auf 7 581 Punkte. Die meisten Finanzwerte gaben angeführt von UBS nach. UBS verloren 2,2 Prozent. Möglicherweise habe die von Zurich angekündigte Emission einer in UBS wandelbaren Euro-Anleihe die Aktien gedrückt, sagten Marktteilnehmer. CS Group verloren knapp ein Prozent. Vontobel gaben um 1,6 Prozent nach und litten nach Angaben von Händlern unter der jüngsten negativen Informationslage und der damit zusammenhängenden Beeinträchtigung des Images.

PARIS - Schwächer mit Verlusten bei TotalFinaElf

Die französischen Aktienwerte schlossen dem europäischen Trend folgend schwächer. Der CAC-40-Index verbuchte ein Minus von 0,4 Prozent auf 5 496 Punkte. Der Aktienkurs des Indexschwergewichts Total-Fina-Elf verzeichnete ein Minus von 2,45 Prozent. Zuschläge verzeichneten die Technologiewerte mit Telekomausrüster Alcatel, dessen Aktien 0,8 Prozent fester schlossen. Die Papiere des Chip-Herstellers ST-Microelectronics gewannen 0,8 Prozent, und Cap Gemini Ernst & Young legten um 1,7 Prozent zu.

MAILAND - Leichter mit Verlusten bei Eni

Die italienischen Aktienwerte verbuchten Verluste. Der Mib-30-Index schloss 1,11 Prozent im Minus bei 38.153 Punkten. Der Aktienkurs des Versorgers Eni verlor 2,3 Prozent. Neben dem unerwartet hohen Anstieg der Rohöl- und Benzinvorräte wurden die Aktien nach Händlerangaben von der Nachricht belastet, dass die Investmentbank Mediobanca eine Wandelleihe auf Eni-Aktien begebe. Die Aktien der Holding Montedison büßten 1,4 Prozent ein, nachdem die französische EdF bekannt gegeben hatte, ihren 20-prozentigen Anteil an dem italienischen Unternehmen nicht verkaufen zu wollen.

MADRID - Leichter mit Abschlägen bei Telefonica

Die Börse in Madrid ging schwächer aus dem Handel. Der Ibex-35-Index ging mit einem Minus von 0,7 Prozent auf 9 530 Zählern aus dem Handel. Die Titel von Indexschwergewicht Telefonica gerieten im Sog eines schwachen Telekomsektors unter Druck und schlossen um 1,8 Prozent leichter. Zu den größten Verlierern gehörten die Aktien der Stahlgesellschaft Aceralia, die 6,2 Prozent verloren. Der Wert wurde Händlern zufolge von enttäuschenden Quartalszahlen des französischen Partners Usinor belastet.

AMSTERDAM - Beendet Handel nahezu unverändert

Die niederländischen Aktienwerte gingen kaum verändert zu ihrem Vortagesschluss aus dem Handel. Anleger hätten sich angesichts mangelnder Unternehmensnachrichten zurückgehalten, sagten Händler. Der AEX-Index schloss 0,08 Prozent höher bei 590 Punkten. Weiterhin unter Druck präsentierten sich die Aktien des Telekomkonzerns KPN. Der Wert verlor 5,1 Prozent. Händlern zufolge sind Investoren nach wie vor besorgt darüber, wie KPN seinen Schuldenberg abbauen will. Beflügelt von einem festen Halbleiterindex in den USA am Vortag schlossen die Aktien des Elektronikkonzerns Philips 2,3 Prozent fester.

WIEN - Schließt mit Verlusten bei Telekom Austria

Die österreichischen Aktienwerte haben im Minus geschlossen. Der ATX-Index ging mit einem Wertverlust von 0,12 Prozent auf 1 235 Punkten aus dem Handel. Insbesondere die Aktien von Telekom Austria wurden am Tag der Hauptversammlung mit hohem Umsatz gehandelt und verloren 2,4 Prozent. Händler sprachen von Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Zuwächsen. Abschläge mussten auch die Titel von Libro hinnehmen, die um 5,1 Prozent fielen. "Libro ist nach wie vor volatil, aber die Luft scheint nach dem gestrigen Anstieg 'raus zu sein", sagte ein Händler.

BRÜSSEL - Schließt fester

Die Börse in Brüssel beendete eine wegen technischer Probleme verkürzte Handelssitzung im Plus. Der Bel-20 schloss 1,7 Prozent fester bei 2 896 Punkten. Allerdings gingen die Aktien auf Grund eines technischen Defekts 40 Minuten früher als üblich aus der Sitzung. Favorit waren die Aktien des Chemiekonzerns Solvay, die um 7,7 Prozent anzogen. Eine Investmentbank hatte den Wert zuvor hochgestuft. Die Aktien des Konkurrenten Tessenderlo stiegen um 4,5 Prozent. Telindus legten um 6,1 Prozent zu. Einem Analysten zufolge profitierte der Wert nach wie vor von der Bekräftigung seiner Ergebnisprognose für 2001.

STOCKHOLM - Schwächer mit Ericsson im Minus

Die Stockholmer Börse schloss mit Verlusten. Der OMX-Index verbuchte ein Minus von 1,2 Prozent auf 932 Zähler. Gewinnmitnahmen sowie ein schwacher Verlauf der US-Technologiebörse Nasdaq hatten Börsianern zufolge die Kurse belastet. Die Aktien von Ericsson gaben um 2,1 Prozent nach, Nokia verloren 0,5 Prozent an Wert.

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