Ölwerte waren gefragt
Europäische Börsen bei dünnen Umsätzen uneinheitlich

Da die US-Aktienmärkte am Montag feiertagsbedingt geschlossen blieben, verlief der Handel in Europa nach Angaben von Börsianern ruhig.

Reuters FRANKFURT. Die europäischen Börsen haben sich am Montag uneinheitlich aus dem Handel verabschiedet. Die Umsätze fielen an den meisten Aktienmärkten niedrig aus. Ölwerte waren im Zuge von steigenden Ölpreise gesucht. Zudem verwiesen die Händler auf kursgünstige Anschaffungen und ausgewählte Käufe von Einzelwerten.

Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz stieg bis zum Abend um 0,8 % auf 4 508 Zähler, der Euro-Stoxx-50-Index für die Blue Chips aus der Europäischen Währungsunion (EWU) legte um 0,49 % auf 4 761 Punkte zu.



London: FTSE-Index behauptet

An der Londoner Börse haben Gewinne bei Öl- und Pharmatiteln die Verluste bei Telekom - und Bankenwerten in etwa ausgeglichen. Der FTSE-100-Index legte um 0,1 % auf 6170,3 Punkte zu. BP Amoco und Shell profitierten nach Händlerangaben von Preissteigerungen bei Rohöl. BP Amoco stiegen um 2,7 % auf 569 Pence und Shell um 3,2 % auf 563 Pence. Dagegen fielen Vodafone um 1,9 % auf 233 Pence und British Telecom um 2,9 auf 697 Pence. Größter Gewinner waren Granada Compass mit einem Plus von 4,4 %. Hintergrund der Kursaufschläge war nach Händlerangaben ein Zeitungsbericht, wonach Bass und Millennium & Copthorne Hotels ein Übernahmegebot für Granada Forte Hotels über 3 Mrd. Pfund vorlegen könnten.



Zürich: Nestle beflügeln SMI-Index

Die Schweizer Börse hat etwas fester geschlossen. Händler führten den Anstieg vor allem auf den Gewinn von Schwergewicht Nestle von über zwei Prozent zurück. Der SMI-Index schloss 14,2 Zähler höher auf 7 862,4 Punkten. Ein Zeitungsbericht rückte Nestle in den Mittelpunkt des Interesses. In dem Bericht hieß es unter Berufung auf informierte Kreise, Nestle stehe vor der Übernahme des US-Tierfutter-Herstellers Ralston Purina. Die Übernahme solle rund 10 Mrd. $ kosten. Nestle stiegen nach anfänglichen Verlusten 77 sfr oder 2,27 % auf 3 471 sfr. Das Unternehmen lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab.



Paris: Medien- und Technologietitel unter Druck

In Paris haben Aufschläge bei den Indexschwergewichten Alcatel und Total-Fina-Elf Verluste bei einigen Medien- und Technologiewerten in etwa wett gemacht. Der CAC-Index für die 40 größten Unternehmen gab um 0,02 % auf 5 833,38 Zähler nach. Alcatel verteuerten sich um zwei Prozent auf 68,80 Euro, Total-Fina-Elf um ebenfalls zwei Prozent auf 158,3 Euro. Die Bekanntgabe von weiteren Verlusten im Jahr 2000 habe die Aktien der Computerfirma Bull belastet, sagten Händler. Die Papiere fielen um sechs Prozent auf 4,24 Euro. Vom Handel ausgesetzt wurden Schneider und Legrand. Der französische Elektrokonzern Schneider will den Wettbewerber Legrand per Aktientausch im Volumen von 6,72 Mrd. Euro übernehmen.



Mailand: Mib30-Index knapp behauptet

Im Mailänder Aktienhandel standen die Aktien des Versorgers AEM im Vordergrund. Der MIB30-Index ermäßigte sich um 0,05 % auf 44 280 Zähler. Der Handel sei zu Wochenbeginn ruhig verlaufen, sagten Börsianer. AEM verbuchten Kursgewinne von 1,3 % auf 2,98 Euro. Händler verwiesen auf Presseberichte, wonach der Konkurrent Edison ein Gebot für die Gruppe vorlegen könnte. Edison büßten dagegen 0,15 % auf 10,74 Euro ein.

Madrid: Repsol im Vordergrund

An der Börse in Madrid beflügelten Kursaufschläge beim Internetanbieter Terra Lycos und dem Energieunternehmen Repsol den Gesamtmarkt. Der Ibex-35-Index erhöhte sich um moderate 0,02 % auf 9892 Zähler. Terra Lycos-Papiere stiegen im Zuge kursgünstiger Anschaffungen um 3,7 %. Repsol, die sich um 1,7 % auf 19,21 Euro verbesserten, profitierten nach Händlerangaben von den gestiegenen Ölpreisen.



Amsterdam: Gewinnmitnahmen bei Hochtechnologietiteln

An der Amsterdamer Börse sind die Kurse leicht gestiegen. Der AEX-Index schloss 0,2 % höher auf 641,13 Punkten. Händler sprachen angesichts der fehlenden US-Vorgaben von einem richtungslosen Geschäft. Unter Gewinnmitnahmen litten Händlern zufolge insbesondere die Hochtechnologiewerte. Die Aktien des Chipherstellers ASM Lithography fielen um 4,2 %. KPN Telecom verbilligten sich um 3,1 %, nachdem die Ratingagentur Standard & Poors' die Bewertung der Kreditwürdigkeit des Unternehmens gesenkt hatte. Indexschwergewicht Royal Dutch erhöhten sich im Zuge von steigenden Ölpreisen um drei Prozent. ABN Amro verbesserten sich um 2,4 %, was Händler auf technische Faktoren zurückführten.



Wien: ATX-Index fester

Die Wiener Börse schloss fester. Der ATX-Index erhöhte sich um 0,72 % auf 1101,46 Punkte. Die Telekom-Titel zogen bei gutem Volumen an und beflügelten damit den Gesamtmarkt. Telekom Austria verbesserten sich auf 7,15 (6,85) Euro. Die TA-Tochter mobilkom Austria hatte an diesem Montag bekannt gegeben, mit Hochdruck an den UMTS-Vorbereitungen zu arbeiten und bereits Anfang 2002 mit ihrem UMTS-Netz starten zu wollen. Fester und auch mit deutlich höhrem Umsatz als in den vergangenen Tagen schlossen Erste Bank mit 52,50 (51) Euro, die laut Händlern bereits vom anstehenden Tausch der Aktien der Bank Austria in jene der HypoVereinsbank in den ersten Februartagen profitierte



Brüssel: Gewinnmitnahmen haben Markt belastet

In Brüssel haben erneute Gewinnmitnahmen bei Dexia den Markt belastet. Der Bel20-Index fiel um 0,56 % auf 2 974,27 Punkte. Dexia-Titel gaben um 1,9 % auf 180,0 Euro nach. Die Aktien des IT-Dienstleisters Real Software sprangen um 24,39 % auf 5,10 Euro. Am Freitag war die Aktie auf ein Allzeittief von 3,42 Euro gestürzt. Händler begründeten die Kursexplosion mit einer technischen Erholung. Tessenderlo Chemie verbilligten sich um gut fünf Prozent auf 28,0 Euro und damit auf den niedrigsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren. Börsianer verwiesen auf steigende Ölpreise.



Stockholm: Ericsson beflügelt OMX-Index

Die Stockholmer Börse hat gestützt von Kursaufschlägen beim Börsenschwergewicht Ericsson fester geschlossen. Der OMX-Index legte um 1,29 % auf 1086,5 Punkte zu. Ericsson verteuerten sich um 2,50 Schwedische Kronen auf 115 Schwedische Kronen. Konkurrent Nokia gab dagegen 1,50 auf 388 Kronen nach.

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