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Österreich bezweifelt BSE-Ergebnis bei Tiroler Rind

Der Testtyp habe bereits mehrere falsche Ergebnisse gebracht, sagte Ministeriumssprecher Gerald Grosz der Nachrichtenagentur Reuters. Erste Recherchen der Tiroler Behörden bei dem Bauern hätten keinen Hinweis auf Gefahren für die Infektion mit der Rinderseuche BSE ergeben.

Reuters WIEN/STUTTGART. Nach dem ersten BSE-Verdacht bei einem Rind aus Österreich haben das Gesundheitsministerium und die Tiroler Landesregierung am Montag das zu Grunde liegende Testergebnis aus Deutschland angezweifelt. Dieser Testtyp habe bereits mehrere falsche Ergebnisse gebracht, sagte Ministeriumssprecher Gerald Grosz der Nachrichtenagentur Reuters. Ein klares Ergebnis aus einem zweiten Test werde für Mitte der Woche erwartet. Die Probe des Rindes aus Tirol werde nun an der Universität Tübingen untersucht. Der Hersteller des Schnelltests, die Firma Bio-Rad, teilte mit, ein negativer Befund für das Tier sei noch möglich. Es habe bei dem Test nur schwache Anzeichen dafür gegeben, dass das Rind infiziert sei.

Die Tiroler Landesregierung teilte mit, sie habe "erhebliche Zweifel" an dem Ergebnis. Der erste Test habe weder ein eindeutig positives noch ein eindeutig negatives Ergebnis gebracht, sagte Regierungssprecher Herwig Ortner. Das Rind stamme von einem kleinen Bauernhof. Erste Recherchen der Tiroler Behörden bei dem Bauern hätten keinen Hinweis auf Gefahren für die Infektion mit der Rinderseuche BSE ergeben. Der Landwirt habe kein Vieh aus Deutschland zugekauft oder Futtermittel aus Deutschland verwendet. In Österreich ist die Verfütterung von Tiermehl an Wiederkäuer seit zehn Jahren verboten. Nach den ersten BSE-Fällen in Deutschland hat Österreich im Dezember ein Einfuhrverbot für deutsches Rindfleisch und deutsche Rinder verhängt.

Das siebenjährige Rind sei in Tirol geboren und aufgewachsen, sagte Ortner. Vor einigen Wochen sei es über einen Viehhändler in Vorarlberg nach Deutschland verkauft und dort nun geschlachtet worden worden, sagte Ortner. Ein Test in Singen in Baden-Württemberg ließ am Wochenende den BSE-Verdacht aufkommen. Der Bauernhof im Tiroler Außerfern sei deshalb gesperrt worden, sagte Ortner. Von den Futtermitteln seien Proben genommen, die nun ebenfalls analysiert würden. Der Betrieb des Nebenerwerbsbauern liegt in der Ortschaft Schattwald nahe der deutschen Grenze.

Der Marketingleiter von Bio-Rad, Andreas Hochberger, sagte, der Test an dem Tiroler Rind sei nicht eindeutig negativ gewesen und werde deshalb von der Bundesforschungsanstalt in Tübingen überprüft. Zu einer möglichen BSE-Infektion sagte er, bei einem sieben Jahre alten Tier sei eigentlich zu erwarten, dass der Test stärker ausschlage als in diesem Fall. Hochberger wies Kritik an den von der deutschen Tochter der US-Firma Bio-Rad hergestellten BSE-Tests zurück. Dass in einem Schlachthof in Göppingen fälschlicherweise 67 Rindern in BSE-Verdacht gerieten, könnte auf eine falsche Handhabung der Testprodukte zurückzuführen sein, sagte er.

In Österreich wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums seit Anfang des Jahres rund 4500 Proben von Schlachtrinder mit Schnelltests auf BSE untersucht. Dabei hatte sich kein Verdacht auf Rinderseuche ergeben. Der Experte für Veterinärmedizin des Ministeriums, Peter Weber, sagte, Österreich verwende einen Schweizer BSE-Test, der als zuverlässig gelte. Weber warnte vor übereilten Diagnosen und Panikmache. "Wenn ein Rind mit dem Kopf wackelt, bedeutet das nicht gleich, dass es BSE hat", sagte er.

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