Österreich
Brenner-Autobahn aus Protest blockiert

Umweltschützer haben die wichstigste Alpen-Transit-Strecke gesperrt, um gegen die gestiegene Zahl von Lasterwagen auf der Autobahn zu protestieren. Der deutsche Verkehrsminister Klimmt griff die österreichische Regierung an.

afp INNSBRUCK/KÖLN. Aus Protest gegen die gestiegene Zahl von Lastwagen auf der Brennerautobahn haben Umweltschützern am Freitag zum dritten Mal seit 1995 die wichtigste Nord-Süd-Verbindung über die Alpen blockiert. Die von den österreichischen Behörden genehmigte Aktion soll bis Samstagnachmittag dauern und dürfte zu erheblichen Störungen im Verkehr zwischen Deutschland und Italien führen. Zu Beginn der Blockadeaktion gab es nach Angaben der österreichischen Polizei jedoch noch keine Staus. Zu der Aktion wurden mehrere tausend Teilnehmer erwartet. In dem 1991 zwischen Österreich und der Europäischen Union geschlossenen Transitvertrag war die Zahl der jährlichen Schwerlasttransporte auf 1,5 Millionen jährlich festgelegt worden. Die Umweltschützer beklagen, dass im vergangenen Jahr 1,7 Millionen Lkw-Fahrten gezählt wurden.

Der deutsche Verkehrsminister Reinhard Klimmt (SPD) kritisierte die Blockade-Aktion der Umweltschützer. Im ARD-Morgenmagazin sagte er, die Duldung der Aktion seitens der österreichischen Behörden verstoße gegen geltendes EU-Recht. In Deutschland müsse der freie Warenverkehr gewährleistet werden. Das bedeute, dass der Verkehr fließen müsse. Klimmt sprach sich zugleich dafür aus, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Deshalb solle ab 2003 eine auf die Entfernung bezogene Gebühr für Lkw erhoben werden.

Der Landeshauptmann von Tirol, Wendelin Weingärnter, äußerte dagegen im Deutschland-Radio Verständnis für die Protestaktion. Die EU habe es versäumt, sich rechtzeitig darum zu kümmern, dass der Straßenverkehr eingedämmt wird. Die vereinbarte Obergrenze sei schon um 65 Prozent überschritten.

Die Aktion der Umweltschützer fällt mit dem Ferienbeginn in Rheinland-Pfalz, Hessen und dem Saarland zusammen. Die wichtigste Verbindungsroute zwischen Deutschland und Italien sollte insgesamt 29 Stunden lang unpassierbar bleiben. Als Ausweichrouten stehen während der Blockade die kurvenreiche Brenner-Bundesstraße sowie die Strecken über den Reschenpass, den Felbertauern und die Tauernstrecke zur Verfügung. Der ADAC empfahl, auf Autoreisezüge umzusteigen, die zwischen den Bahnhöfen Böckstein und Mallnitz verkehren.

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