Österreichische Übernahmekommission erlaubt Zusammenschluss per Aktientausch
Grünes Licht für Fusion zwischen Hypo-Vereinsbank und Bank Austria

Die Vereinsbank muss den Bank-Austria-Aktionären keine Barabfindung als Alternative zu eigenen Aktien anbieten.

afp WIEN/MÜNCHEN. Die Fusion der Bayerischen Hypo-Vereinsbank und der österreichischen Bank Austria (BA) hat die entscheidende Hürde genommen: Die österreichische Übernahmekommission urteilte in einem am Mittwoch in Wien veröffentlichten Gutachten, dass der Zusammenschluss nicht unter das neue Übernahmegesetz des Landes fällt. Die Vereinbank sei somit auch nicht verpflichtet, den Bank-Austria-Aktionären alternativ zum Aktientausch eine Barabfindung anzubieten. Hypo-Vereinsbank-Chef Albrecht Schmidt hatte mehrfach betont, dass die Fusionspläne aufgegeben werden, sollte ein Pfichtangebot in bar für nötig erachtet werden. Beide Geldinstitute begrüßten die Entscheidung der Kommission und sprachen gleichlautend von einem "Meilenstein" auf dem Weg zur angestrebten Fusion zum drittgrößten Bankkonzern Europas.

Die Wiener Kommission bewertete die Fusion als "freundliche Übernahme im wirtschaftlichen Sinne". Ein "öffentliches Übernahmeangebot im Sinne des Übernahmegesetzes" sei sie nach Erkenntnissen der Gutachter nicht. Das neue österreichische Übernahmegesetz verlangt bei einer Übernahme oder einem Kontrollwechsel einer börsennotierten Gesellschaft, dass den Anteilseignern nicht nur ein Aktientausch, sondern wahlweise auch ein Barangebot unterbreitet wird. Damit sollen die Interessen von Minderheitsaktionären geschützt werden.

Die Bank Austria will sich nach Angaben ihres Generaldirektors Gerhard Randa nun auf die außerordentliche Hauptversammlung am 27. September konzentrieren, bei der die Aktionäre der Bank zur Fusion mit den Münchnern befragt werden sollen. Bei der Hypo-Vereinbank ist ein solcher Schritt nicht mehr erforderlich. Randa bekräftigte, die Hypo-Vereinsbank sei "Wunschpartner" der Bank Austria und die "für unser Haus beste Option". Beide Banken wollen nach den Worten von Vereinsbank-Chef Schmid nun so schnell wie möglich damit beginnen, die "vorhandenen Stärken zu bündeln" und weiter auszubauen.

In der vergangenen Woche hatten die Vorstände der Banken das geplante Umtauschverhältnis von eins zu eins für ihren Ende Juli angekündigten Zusammenschluss bestätigt. Die Bank Austria ist das größte Bankhaus des Nachbarlandes, die Hypo-Vereinbank belegt in Deutschland Rang zwei. Zusammen werden sie eigenen Angaben zufolge mit über acht Millionen Kunden "klarer Marktführer" im Wirtschaftsraum Süddeutschland und Österreich sein. Die Bilanzsumme beider Geldinstitute wird sich demnach auf 650 Milliarden Euro erhöhen, die Zahl der Filialen auf über 2000. Insgesamt wird das fusionierte Geldinstitut 65.000 Mitarbeiter beschäftigen, was einen Abbau von rund 2000 Stellen bei der Bank Austria voraussetzt.

Die Münchner hoffen durch die Ehe mit der Bank Austria auf Einsparungen von 500 Millionen Euro (978 Millionen Mark) und eine dominierende Position auch in Mittel- und Osteuropa. Das österreichische Geldhaus hat Niederlassungen unter anderem in Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Ungarn, Litauen, Polen, Rumänien, Russland, der Slowakei, Slowenien, Jugoslawien und in der Ukraine.

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