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Oetker-Tochter Binding sieht kein Ende der Absatzkrise

Deutschlands zweitgrößte Brauereigruppe Binding hat sich angesichts der Krise auf dem Biermarkt und stark sinkender Gewinne eine Schrumpfkur verordnet.

dpa-afx FRANKFURT. Binding-Vorstandschef Ulrich Kallmeyer erwartet einen weiter sinkenden Bierdurst der Bevölkerung. Verdrängungswettbewerb und Preiskampf in der Branche würden sich verschärfen. Deshalb werde Binding in den kommenden drei Jahren eine Million Hektoliter Bier aus dem Markt nehmen, kündigte Kallmeyer am Donnerstag am Stammsitz der Binding AG-Brauerei in Frankfurt an.

Der zur Lebensmittel-Gruppe Oetker gehörende Bierkonzern, nach Holsten die Nummer zwei in Deutschland, wolle sich nach starken Ertragseinbrüchen wieder auf das Geldverdienen konzentrieren. 2000 war der Bierabsatz von Binding um 1,3 % auf 10,9 Mill. Hektoliter zurückgegangen. Der Konzerngewinn nach Steuern brach dabei von 21 (1999) auf nur noch 1,6 Mill. DM ein. Der Umsatz lag mit 1,73 Mrd. DM leicht unter dem Vorjahresniveau. Zugleich sank die Zahl der Beschäftigten im Konzern um 165 auf 3156.

"Jahr 2001 ist nicht zum Lachen"

"Das Jahr 2001 ist in seinem bisherigen Verlauf auch nicht zum Lachen", sagte Kallmeyer. Der inländische Biermarkt habe von Januar bis April um weitere 1,9 % nachgegeben. Binding liege zum gleichen Vorjahreszeitraum sogar 2,7 % zurück. 2000 hatten die Brauer hier zu Lande 1,7 % weniger Gerstensaft verkauft. Pro Kopf flossen 125,5 Liter die Kehle runter - 2 Liter weniger als 1999.

Für 2001 machte Kallmeyer keine Prognose. Es werde aber in jedem Fall ein Gewinn in der Bilanz stehen, bekräftigte er. Oberstes Ziel sei, die Restrukturierungsmaßnahmen im Konzern voranzutreiben. Die Bankverbindlichkeiten von rund 250 Mill. DM sollen abgebaut werden. Für den eingeleiteten Schrumpfkurs entstünden nochmal Kosten "im zweistelligen Millionen-Bereich". Im vergangenen Jahr führte vor allem die Krise bei der Dortmunder Actien-Brauerei (DAB) im Binding-Konzern zu einem zusätzlichen Aufwand von 150 Mill. DM.

Ein Ende des sinkenden Bierkonsums ist nach Einschätzung Kallmeyers nicht in Sicht. Die Einstellung der Menschen zu Alkohol habe sich generell gewandelt, das Gesundheitsbewusstsein zugenommen. Auch die neue 0,5-Promille-Grenze im Straßenverkehr dämpfe den Bierverkauf vor allem in den Gaststätten.

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