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ÖTV-Kongress wegen Verdi-Niederlage unter neuem Vorzeichen

Geplant war für diesen Tag die Wiederwahl von Gewerkschaftschef Herbert Mai, der den Delegierten nun zunächst erklären muss, wie und ob die Fusion fortgesetzt werden kann.

rtr LEIPZIG. Nach der Abstimmungsniederlage über den weiteren Fusionsprozess für die Verdi-Gewerkschaft muss die ÖTV ihren Gewerkschaftstag am Mittwoch unter anderen Vorzeichen fortsetzen. Geplant war für diesen Tag die Wiederwahl von Gewerkschaftschef Herbert Mai, der den Delegierten nun zunächst erklären muss, wie und ob die Fusion fortgesetzt werden kann. Darüber beriet der Vorstand bis in den späten Dienstagabend. In Gewerkschaftskreisen hieß es am Abend, es würden Möglichkeiten gesucht, die Verdi-Fusion fortzusetzen. Dazu werde eine "inhaltliche und personelle Lösung" gesucht. Was dies bedeutete, blieb zunächst unklar.

Die Zustimmung von nur 65,5 % der Delegierten lag deutlich unter den Erwartungen des Vorstands und macht den Kongressplanern einen Strich durch die Rechnung. Als Messlatte für den Verbleib im Fusionsprozess hatte sich die ÖTV-Führung eine Zustimmung von 70 % der Delegierten gesetzt. Unklar ist deshalb noch, ob die ÖTV die Fusionsvorbereitungen fortsetzt oder zunächst lose mit den anderen Verdi-Partnern kooperieren wird. Dafür haben die Gewerkschaften Handel, Banken und Versicherungen (HBV), die Deutsche Postgewerkschaft (DPG), die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG) und die IG Medien ein Kooperationsmodell vorgeschlagen, das allerdings in der ÖTV umstritten ist.

Am Rande des ÖTV-Kongresses wollen am Mittwoch außerdem die Gewerkschaftschefs des DGB zusammenkommen, um die Einigung über die Tarifzuständigkeit von Verdi zu besiegeln. Unklar war zunächst, wie sich die Abstimmung der ÖTV darauf auswirkt. Bei dem Treffen sollen die für Verdi überarbeiteten Organisationsbeziehungen im DGB sowie die Integration der DAG in den Gewerkschaftsbund unterzeichnet werden.

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