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ÖTV sucht nach Lösung für Verdi-Projekt

Der Vorstand suche "nach einer inhaltlichen und personellen Lösung", um das Projekt Verdi weiterzuführen, hieß es aus Gewerkschaftskreisen.

rtr LEIPZIG. Der ÖTV-Vorstand sucht nach der aus seiner Sicht enttäuschenden Abstimmung des Gewerkschaftstages über eine weitere Teilnahme an der Fusion zur Großgewerkschaft Verdi offenbar nach Möglichkeiten, das Projekt fortzuführen. In Gewerkschaftskreisen hieß es am Dienstagabend auf dem Kongress der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV) in Leipzig, der Vorstand suche "nach einer inhaltlichen und personellen Lösung", um das Projekt weiterzuführen. Was dies konkret bedeutet, blieb zunächst unklar. 65,5 % der Delegierten hatten am Abend für die weitere Teilnahme an der Fusion zu Verdi gestimmt.

Der ÖTV-Vorstand zog sich am Dienstagabend zurück, um über die Konsequenzen der Abstimmungsniederlage zu beraten. Mai, der sich laut Tagesordnung am Mittwochvormittag zur Wiederwahl stellt, wollte am Mittwochmorgen eine Erklärung abgeben. Zahlreiche Delegierte hatten die Tarifpolitik und die Verhandlungen zu Verdi zum Teil heftig kritisiert.

Zu Verdi will sich die ÖTV mit der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV), der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG), der IG Medien und der Deutschen Postgewerkschaft (DPG) zusammenschließen.

Das Abstimmungsergebnis vom Dienstag ist aus Sicht des ÖTV-Vorstands eine Niederlage, weil bei dem Verschmelzungskongress im März 80 % der ÖTV-Delegierten zustimmen müssen. Die Basis befürchtet, dass der Zusammenschluss zu Verdi das Profil und die Schlagkraft der ÖTV aushöhlen könnte. In den Kreisen hieß es, die Fusion mit Verdi sei in der jetzigen Form bei der ÖTV kaum durchzusetzen. Da die künftige Satzung und Strukturen von Verdi aber bereits weitgehend festgelegt seien, sei der Handlungsspielraum begrenzt. Eine Möglichkeit könne sein, die strittige Frage der Bezirksbildung nachzuverhandeln.

Das Votum der ÖTV hat Signalwirkung für die vier anderen Fusionspartner, weil die zweitgrößte DGB-Gewerkschaft die Hälfte der drei Mill. Mitglieder von Verdi stellen würde.

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