Offen für Zusammenarbeit mit Allianz-Dresdner-Gruppe
Deutsche Bank dämpft die Erwartungen

Deutsche Bank-Chef Rolf Breuer hat sich zufrieden über den Start der Bank in das Geschäftsjahr 2001 geäußert, zugleich aber zu hohe Erwartungen für das Gesamtjahr gedämpft. Die volatilen Aktienmärkte und eine leichte Konjunkturdelle in Europa beeinflussten das Geschäft, sagte Breuer am Donnerstag bei der Präsentation der Bilanz des Instituts in Frankfurt.

rtr/vwd/dpa FRANKFURT. "Der Ausblick auf den weiteren Verlauf ist von der Annahme bestimmt, dass das Marktumfeld schwierig bleibt", fügte er hinzu. Dennoch gehe die Bank davon aus, auf Grund ihrer strategischen Positionierung besser abschneiden zu können, als ihre Wettbewerber. Das erste Quartal 2001 werde aber nicht mit den Rekordwerten des Vorjahreszeitraums vergleichbar sein. Die Bank erwarte für das Gesamtjahr ein Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau. Die Eckdaten für das Geschäftsjahr 2000 hatte die Bank bereits vor einigen Wochen bekannt gegeben.

"Manche Geschäftsfelder haben besser abgeschnitten, als unter diesen Umständen zu erwarten", sagte Breuer. Die gelte insbesondere für den Handel. Dort habe die Bank Marktanteile hinzugewinnen können. In den Geschäftsfeldern, in denen Kurshöhe und Umsatz die Provisionseinnahmen bestimmten, habe die Bank in den ersten Monaten des neuen Geschäftsjahres schwächer abgeschnitten. Trotz der weiterhin hohen Volatilität an den Aktienmärkten und einer leichten konjunkturellen Wachstumsdelle erwarte die Deutsche Bank ein ähnliches Ergebnis wie 2000.

Für Zusammenarbeit mit Allianz-Dresdner-Gruppe offen

Breuer betonte darüberhinaus, dass die Deutsche Bank offen für eine Zusammenarbeit mit einer möglichen Allianz-Dresdner-Gruppe sei. "Ich könnte mir vorstellen, dass es Chancen für eine Kooperation mit dieser neuen Einheit gibt." Über die Art der Zusammenarbeit äußerte sich Breuer jedoch nicht. Er sei über das Vorhaben der beiden Institute informiert gewesen, sagte Breuer weiter. "Ich kann bestätigen, dass mir die Absicht der Dresdner Bank und der Allianz bekannt war." Ungeachtet dessen führe die Deutsche Bank mit der Allianz und anderen Interessenten weiterhin Gespräche "in guter Atmosphäre" über eine mögliche Zusammenarbeit.

Im Jahr 2000 hatte die Deutsche Bank mit einem Konzerngewinn nach Steuern von 4,95 Milliarden Euro (rund 9,8 Mrd DM) das beste Ergebnis ihrer Geschichte erzielt. Dies entsprach einer Verdoppelung des Überschusses im Vergleich zum Jahr davor. Entscheidend beigetragen zu diesem Spitzenresultat hatte jedoch auch der außerordentliche Ertrag in Höhe von rund 2 Milliarden Euro aus dem Verkauf von Anteilen am Münchner Versicherungsriesen Allianz. Der Bankvorstand beschloss, die Dividende von 1,15 auf 1,30 Euro anzuheben.

Breuer: "Neugliederung schafft Voraussetzungen, um zusätzliche Ertragsquellen zu erschließen"

Breuer zeigte sich davon überzeugt, dass mit der Fortentwicklung der Organisationsstruktur die Voraussetzungen geschaffen werden, zusätzliche Ertragsquellen zu erschließen, Kosten zu begrenzen und die angestrebte Expansion zu verwirklichen. Die zum 1. Februar 2001 umgesetzte Neugliederung der bis dahin fünf Geschäftsfelder in die zwei kundenorientierte Bereiche "Corporate and Investment Bank" und "Private Clients and Asset Management" werde dazu die Wachtstumspotenziale besser nutzen. Bis 2003 wolle die Deutsche Bank ihren Gewinn nach Steuern jährlich um mindestens 15 % steigern und eine Eigenkapitalrendite von ebenfalls 15 % erzielen.

Im Bereich "Corporate and Investment Bank" werden Körperschaften sowie Unternehmen vom Mittelstand bis zum multinationalen Konzern aus einer Hand betreut. Durch das Zusammengehen zuvor getrennter Bereiche kann nach den Worten von Breuer die heutige und künftige Kundenbasis besser mit auf sie zugeschnittenen Finanzdienstleistungen versorgt werden. "Auch der Mittelstand als wesentlicher Teil unserer Zielgruppe verlangt von seiner Bank immer mehr Kapitalmarktprodukte", sagte der Sprecher des Vorstandes. In diesem Geschäftsbereich, der 2000 rund 60 % zum Ergebnis beigetragen habe, strebe die Bank ein jährliches Wachstum von fünf Prozent an.

Im "Private Clients und Asset Management" sieht die Deutsche Bank nach den Worten von Breuer in den kommenden Jahren Wachstumspotenziale von jährlich zehn Prozent. Die Bank wolle ihre Position in Europa ausbauen und von den Wachstumstrends der Zukunft partizipieren: Im Bereich der persönlichen wie institutionellen Altersvorsorge, beim breiten Vermögensaufbau und beim zunehmenden Beratungsbedarf von Kunden angesichts der immer komplexer werdenden Vermögensoptimierung. Die Deutsche Bank 24 werde im Laufe des Jahres mit den Aktivitäten in sechs andere europäische Länder (Belgien, Frankreich, Italien, Polen, Portugal, Spanien) verbunden.

"Wir wollen europaweit durch internes Wachstum und strategische Marktanteile hinzugewinnen", sagte Breuer dazu. Ergänzt werde das Geschäft der Deutsche Bank 24 sowie des Private Banking und des Asset Managements durch ein Online Investment Center unter dem Namen "maxblue", das Anlegern via Internet Zugang zu Kapitalmarktprodukten bietet, aber auch zu Informationen und Analyse-Instrumenten. Die Vernetzung des Internetbanking mit dem Filialgeschäft ist nach den Worten von Breuer wesentliches Element von "maxblue", auf diese Weise will die Deutsche Bank europaweit rund 1,5 Mill. Kunden bis 2004 gewinnen.

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