Offenbar kein terroristischer Hintergrund
Cessna fliegt in Hochhaus

Ein 15-jähriger Flugschüler hat im US-Staat Florida ein Flugzeug entwendet und ist damit in ein Hochhaus der Bank of America in Tampa gerast. Der Pilot startete am Samstag mit der Cessna 172 ohne Erlaubnis vom Flugplatz St. Petersburg-Clearwater und missachtete auch Signale zum Landen, wie die Behörden mitteilten.

ap/dpa TAMPA/USA. Verfolgt von einem Hubschrauber der Küstenwacht stürzte die Cessna dann in das Hochhaus in der Innenstadt von Tampa. Etwa zur gleichen Zeit waren zwei Kleinflugzeuge in den US-Bundesstaaten Colorado und Kalifornien abgestürzt. Nach Worten des stellvertretenden Sprechers des Weißen Hauses, Scott McClellan, besteht nach ersten Erkenntnissen der Behörden aber kein Zusammenhang zwischen diesen drei Zwischenfällen. Auch gebe es keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund, erklärte der Sprecher des Weißen Hauses.

Bei dem Zwischenfall in Tampa wurde eine Person getötet, bei der es sich offenbar um den Flugschüler Charles Bishop handelt. Bishop nahm nach Angaben eines Sprechers der Nationalen Luftfahrtakademie, der die Flugschule gehört, seit vergangenem März Flugunterricht. Über die möglichen Motive des 15-Jährigen war zunächst nichts bekannt. Er sei zuvor nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten, hieß es.

Trotz der verdächtigen Umstände des Unglücks geht die Bundespolizei FBI nicht von einem Terroranschlag aus. Man habe dennoch Beamte zum Unglücksort entsandt. Der Vorfall weckt Erinnerungen an die Anschläge vom 11. September, als entführte Verkehrsflugzeuge von Luftpiraten in die Zwillingstürme des World Trade Centers gesteuert wurden und eine weitere Maschine über dem Pentagon abstürzte.

Heimlich davon geschlichen

Der 15-Jährige war von seiner Mutter und seiner Großmutter am Flugplatz im nahe gelegenen St. Petersburg zu Flugstunden abgesetzt worden. Bei der Durchführung eines Flugzeugchecks habe er sich davongeschlichen, sei plötzlich in die Cessna 172 gesprungen und ohne Erlaubnis gestartet, hieß es.

Der Kontrollturm alarmierte daraufhin die Küstenwache, die einen Hubschrauber hinter der Cessna herschickte. Die Hubschrauberbesatzung forderte den Piloten der Cessna erfolglos auf, einen Flughafen südlich von Tampa anzufliegen. Auch auf Funksprüche reagierte der 15-Jährige nicht. Nach dem Start der Cessna wurden zudem zwei Militärjets vom Typ F-15 von einer Luftwaffenbasis in Miami losgeschickt. Sie erreichten Tampa jedoch erst nach dem Aufprall der Cessna. Die Flughäfen von Tampa und St. Petersburg stellten nach dem Zwischenfall für kurze Zeit den Flugverkehr ein.

Die Maschine raste in Höhe des 23. und 24. Stockwerks in das 41 Etagen hohe Gebäude. Das Heck der Cessna ragte nach dem Aufprall aus der Fassade, ein Flügel fiel auf die darunter liegende Straße. Mehrere Fenster wurden zertrümmert. Es sei trotz eines Lecks im Treibstoffsystem der Cessna kein Feuer ausgebrochen, hieß es. Der Unfall richtete daher nur relativ wenig Schaden an.

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