Offenbar neue Hürden: HDI bleibt an Gerling dran

Offenbar neue Hürden
HDI bleibt an Gerling dran

Die Verhandlungen über einen Einstieg des Versicherungskonzerns HDI bei der angeschlagenen Gerling-Gruppe laufen trotz offenbar neuer Probleme beim gesonderten Verkauf der Gerling-Rückversicherungssparte weiter.

Reuters HANNOVER. "Die Gespräche dauern an", sagte ein HDI-Sprecher am Mittwoch. "Es gibt nichts, was der HDI darüber hinaus zu kommentieren hätte." Die "Financial Times Deutschland" (FTD) hatte zuvor unter Berufung auf Versicherungskreise berichtet, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) habe den gesonderten Verkauf der Gerling Globale Rück (GGR) an die Gesellschaft Lago Achte untersagt. Dies könnte die Veräußerung des Konzerns insgesamt blockieren, hieß es.

Die BaFin und die an der angeschlagenen Gerling-Gruppe zu gut einem Drittel beteiligte Deutsche Bank wollten den Zeitungsbericht auf Reuters-Anfrage nicht kommentieren. Bei Gerling selbst war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Reuters hatte jüngst aber bereits aus Verhandlungskreisen erfahren, dass nicht mit einer Zustimmung der BaFin zu dem GGR-Verkauf zu rechnen sei. Aus diesem Grund werde alternativ mit weiteren Interessenten wie dem US-Investor Christopher Flowers gesprochen, und man hoffe auf eine baldige Einigung.

Die Ausgliederung der verlustreichen GGR gelte als wichtige Voraussetzung für den Verkauf des Erstversicherungsgeschäftes, hatte es in Verhandlungskreisen geheißen. Hinter Lago Achte - die nach Darstellung der "FTD" nur schwach kapitalisiert sein soll - steht der frühere Frankona-Chef Achim Kann.

Seit Monaten wird über einen Eigentümerwechsel bei Gerling verhandelt, und das Geschäft mit dem HDI (Haftpflichtverband der Deutschen Industrie) galt bereits als so gut wie perfekt. Zwei Drittel der Gerling-Anteile liegen in Familienbesitz, den Rest hält die Deutsche Bank.

Der hannoversche HDI will den Kreisen zufolge die Übernahme Gerlings komplett mit den Aktien seiner noch nicht börsennotierten Zwischenholding Talanx - in die HDI-Gerling aufgehen soll - zahlen. Eigentlich sollte das Geschäft noch in diesem Monat abgeschlossen werden, wie es hieß.

Mit der Gründung der Assekuranzgruppe HDI-Gerling, die 2005 an die Börse gebracht werden könnte, würde der zweitgrößte Versicherungskonzern in Deutschland nach der Allianz entstehen. Die Deutsche Bank würde im Tausch für ihre Gerling-Anteile an der neuen Gesellschaft knapp sieben Prozent halten, hatte es in den Kreisen geheißen. Diesen Berechnungen liegen den Angaben zufolge eine Bewertung von insgesamt rund einer Milliarde Euro für die als Gerling-Kerngeschäft geltende Sach- und Lebensversicherungssparten sowie vier Milliarden Euro für den HDI zu Grunde. Der Anteil von Noch-Eigentümer Rolf Gerling an der neuen Gruppe würde rund 15 Prozent betragen.

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