Offenbar Reaktion auf neue Umfrageergebnisse
Kerrys Attacken gegen Bush werden schärfer

Die Gangart im US-Wahlkampf wird härter: Der demokratische Herausforderer John Kerry hat US-Präsident George W. Bush Versagen von "historischem Ausmaß" im Irak vorgeworfen. Seine Handlungen zeugten von Inkompetenz und Arroganz. Es war die bislang schärfste Attacke Kerrys gegen Bush.

HB WASHINGTON. In einer Rede in New York sagte Kerry am Montag, Bush habe eine Serie von "katastrophalen Entscheidungen" getroffen und an "jeder Straßenkreuzung" die falsche Wahl getroffen. Der Präsident habe ein "kolossales Versagen" in seinem Urteilsvermögen an den Tag gelegt und damit eine "Krise von historischen Ausmaßen" erzeugt. Kerry stellte zugleich einen eigenen Vier-Punkte-Plan zur Bewältigung der Irak-Herausforderungen vor.

Der Demokrat sprach vor dem Hintergrund einer Serie jüngster Umfragen, nach denen er im Rennen um das Weiße Haus hinter Bush zurückgefallen ist. Experten führten das unter anderem darauf zurück, dass Kerry Bush in der Irak-Politik nicht hart genug angegriffen und seine eigene Position nicht klar genug gemacht habe. Kerrys Rede am Dienstag war nun fast ausschließlich den Themen Irak und Terrorismus gewidmet.

Bush habe in seinem Irak-Kurs in fast jedem Punkt falsch geurteilt und falsch gehandelt, sagte der Senator. Der Kongress habe dem Präsidenten seinerzeit zu Recht die Genehmigung gegeben, Iraks Diktator Saddam Hussein zur Einhaltung der UN-Resolutionen zu zwingen. Bush habe aber "die Machtbefugnisse missbraucht, die wir ihm anvertraut haben". Er sei ohne Konzept in den Irak-Krieg geeilt, habe die USA in weiten Teilen der Welt isoliert und sage bis jetzt nicht die Wahrheit über den Ernst der Situation im Irak.

Saddam Hussein verdiene wegen seiner Untaten einen besonderen Platz in der Hölle, fuhr Kerry fort. Aber das Verhalten sei nicht an sich ein Grund gewesen, den Krieg zu beginnen. "Wir tauschten einen Diktator gegen ein Chaos ein, das Amerika weniger sicher gemacht hat", kritisierte Kerry. Der Krieg gegen den Terrorismus sei durch Bushs "verantwortungsloses" Verhalten vernachlässigt worden.

Zu den Kernpunkten von Kerrys Vier-Punkte-Plan gehört eine stärkere Einbeziehung der internationalen Staatengemeinschaft bei der Bewältigung der Irak-Krise. Kerry schlug dazu die Einberufung eines "Weltgipfeltreffens" vor.

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