Offenbar trennen sich Fonds von der Aktie
Drohende Strafe belastet SGL-Carbon

Anhaltende Anlegersorgen vor einer nach Händlerangaben drohenden Kartellstrafe gegen den Grafitelektrodenhersteller SGL Carbon haben die im MDax notierte Aktie auch am Dienstag wieder auf neue Tiefstände gedrückt.

Reuters FRANKFURT. Zeitweise stürzten die Titel um knapp 18 Prozent auf 4,80 Euro ab, stabilierten sich in der Folgezeit aber bei rund 5,30 Euro. Damit haben die Anteilsscheine allein in den vergangenen vier Handelstagen knapp 60 Prozent ihres Börsenwertes eingebüßt.

"SGL Carbon ist aus den gleichen Gründen wie in den vergangenen Tagen wieder im Minus: Es ist die drohende Strafe der EU", sagte Aktienhändler Christian Schmidt von der Helaba in Frankfurt. "Das ist immer noch ein wahrscheinliches Szenario, und es sieht so aus, als ob die Fonds im Moment versuchen, sich von dem Wert zu trennen."

Eine Sprecherin von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti hatte am vergangenen Donnerstag gesagt, die Kommission ermittele derzeit wegen des Verdachts auf Kartellbildung gegen Hersteller von Spezial-Grafiten. Diese Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen. Daraufhin hatte es am Aktienmarkt Spekulationen um eine mögliche Kartellstrafe für SGL Carbon und deren Höhe gegeben, die zu einem Kursrutsch der SGL-Aktie führten. Bereits im vergangenen Sommer hatte Monti eine Strafe von 80,2 Millionen Euro gegen SGL Carbon verhängt. Damals ging es um Preisabsprachen und die Aufteilung von Marktanteilen bei Grafitelektroden, dem Kerngeschäft des Wiesbadener Unternehmens.

Unterdessen hatte SGL Carbon am Montag die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) aufgefordert, Ermittlungen wegen des Kurseinbruchs aufzunehmen. Zu den Motiven wollte sich SGL Carbon-Sprecher Stefan Wortmann auch am Dienstag nicht äußern und bekräftigte, keine Kenntnisse über möglicherweise bevorstehende Kartellstrafen zu haben. Das BAFin war zunächst zu keiner Stellungnahme zu erreichen. Nach Informationen der "Börsen-Zeitung" (Dienstagausgabe) wird die Behörde den Fall routinemäßig untersuchen.

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