"Offene Ehrabschneiderei"
Schröder beklagt Hetze der Boulevardpresse

Bundeskanzler Gerhard Schröder sieht sich und seine Familie zurzeit einer Flut von Drohbriefen ausgesetzt. Der SPD - Vorsitzende sagte am Freitag in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin», er führe dies auf "Hetze" und "offene Ehrabschneiderei" von Teilen der Boulevardpresse zurück.

HB/dpa BERLIN. "Der ganze Klamauk, der jetzt gemacht wird, jene Trittbrettfahrer, die meinen, den politischen Prozess als Ulk darstellen zu müssen, (...) das ist schon unschön", kritisierte Schröder. Weitaus belastender sei allerdings, "dass diese Art von Hetze und ihre Folgen bis weit in den Familienbereich hineingeht. Das sind Menschen, die sich weniger schützen können, emotional, meine ich, obwohl sie, Gott sei Dank, gut bewacht sind. Das, was wir gegenwärtig an unverkennbaren Drohbriefen kriegen, das schlägt dem Fass den Boden aus."

Er sei "sehr für harte Kritik seitens der Presse an Politikern". "Aber das, was es gegenwärtig in weiten Teilen der Boulevardpresse an offener Ehrabschneiderei, nicht nur mir gegenüber, sondern Politikerinnen und Politikern insgesamt gegenüber gibt, das schadet der demokratischen Kultur in Deutschland." Er mache sich "wirklich Sorge um die Frage, wie entwickelt sich bei dieser Art, die vermehrende Hetze gegen den politischen Prozess, gegen Politik insgesamt, die demokratische Kultur in Deutschland".

Vor einer Woche hatte des Kanzlers Ehefrau Doris Schröder-Köpf wegen der harschen Kritik an der Regierungspolitik Angst um ihren Mann bekundet. "Meine Sorge ist, dass die verbale Hetze irgendwann in körperliche Angriffe mündet", sagte sie.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%