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Offensive in Falludscha, Bombe in Bagdad

Die US-Armee hat am Donnerstag weitere Stadtviertel der westirakischen Rebellenhochburg Falludscha unter ihre Kontrolle gebracht. In Bagdad riss am Morgen eine Autobombe nach Angaben der Polizei 17 Menschen in den Tod.

dpa FALLUDSCHA/TIKRIT. Die US-Armee hat am Donnerstag weitere Stadtviertel der westirakischen Rebellenhochburg Falludscha unter ihre Kontrolle gebracht. In Bagdad riss am Morgen eine Autobombe nach Angaben der Polizei 17 Menschen in den Tod.

Die Lebensbedingungen für die rund 100 000 verbliebenen Einwohner der Stadt wurden unterdessen immer schwieriger. Augenzeugen in Falludscha berichteten, in einigen Straßen breite sich ein schrecklicher Leichengeruch aus. "Die Hälfte der Stadt wird inzwischen von den Amerikanern kontrolliert", sagte ein Einwohner von Falludscha. Irakische Verletzte, die von den Amerikanern zur Behandlung in ein Krankenhaus in Tikrit gebracht worden waren, berichteten, es gebe in Falludscha keine medizinische Versorgung mehr und kaum noch Wasser und Lebensmittel. Ein Mann, dessen achtjähriger Sohn gestorben war, als eine Granate das Haus der Familie traf, sagte, er habe sein Kind wegen der andauernden Kämpfe zwei Tage lang nicht begraben können.

Ein Polizist vor Ort in der irakischen Hauptstadt sagte, der Autobombenanschlag, bei dem am Morgen in Bagdads belebter Saadun- Straße 17 Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden, habe möglicherweise einem Konvoi von Geländewagen gegolten, in dem Aufständische Vertragsarbeiter der US-Armee vermutet hätten. Nach Augenzeugenberichten war die Detonation so heftig, dass ein Auto auf ein Hausdach geschleudert wurde. Ein mehrstöckiges Wohnhaus stürzte teilweise ein.

Mehrere Verletzte gab es am Donnerstag nach Polizeiangaben bei einem Rebellenangriff auf einen aus fünf Fahrzeugen bestehenden Konvoi von Mitarbeitern einer amerikanischen Sicherheitsfirma in Al-Sinija bei Tikrit. Bei einem Autobombenanschlag auf einen amerikanischen Militärkonvoi nördlich von Tikrit wurden laut Augenzeugen zwei irakische Zivilisten verletzt. Die Soldaten blieben unverletzt.

Eine Autobombe, die am Morgen vor dem Haus des Gouverneurs von Kirkuk explodierte, verletzte 17 Menschen zum Teil schwer. Der kurdische Gouverneur Abdul Rahman Sankana blieb nach Angaben eines seiner Mitarbeiter unverletzt.

In der nördlich von Bagdad gelegenen Rebellenhochburg Bakuba töteten Aufständische einen Nationalgardisten. Drei weitere irakische Soldaten wurden verletzt, als die Angreifer am frühen Morgen ein Gebäude der Nationalgarde im Nordosten der Stadt unter Beschuss nahmen. Die Täter konnten nach Angaben der Nationalgarde fliehen.

Der arabische Nachrichtensender Al-Dschasira berichtete, US-Soldaten hätten in der Nacht zum Donnerstag die Häuser von zwei führenden Mitgliedern des sunnitischen Rats der Religionsgelehrten gestürmt. Der Rat, der mit den Aufständischen sympathisiert, hatte wegen der Offensive in Falludscha zu einem Boykott der für Januar geplanten Wahlen aufgerufen.

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