Offiziell keine Gefahr für die Umwelt
Öltanker „Princess Pia“ wird entladen

Um den havarierten Öltanker "Princess Pia" frei schleppen zu können, hat im litauischen Hafen Klaipeda (Memel) ein Entladen des Schiffs begonnen.

HB/dpa VILNIUS/KLAIPEDA. Zunächst sollten etwa 1600 Tonnen Öl in den litauischen Kleintanker "Nemunas" abgepumpt werden, sagte eine Hafensprecherin am Freitag in Klaipeda. Zum vorsorglichen Schutz gegen etwaige unentdeckte Lecks wurden Ölbarrieren rund um die "Princess Pia" gelegt. Der litauische Präsident Valdas Adamkus kritisierte unterdessen das Vorgehen der einheimischen Behörden scharf.

Am Nachmittag erwartete das baltische Land Hilfe auch von dem dänischen Boot "Astra" mit einem Fassungsvermögen von 3000 Tonnen Öl. Die Wetterverhältnisse für das Entladen und die Bergung der "PRINCESS Pia" seien günstig. Voraussichtlich am Samstagmorgen könne das Schiff in den Hafen geschleppt und dort eingehend untersucht und repariert werden, hieß es. Der mit 50 000 Tonnen Öl beladene Riesentanker war am Mittwochabend im Hafenbecken auf Grund gelaufen. Eine unmittelbare Gefahr für die Umwelt bestehe nicht, hieß es.

In einer am Freitag in Vilnius veröffentlichen Stellungnahme sprach Präsident Adamkus von einem "Versuch, den Unfall zu verstecken". Die zuständigen Stellen hätten weiter "versucht, mit eigenen Kräften die Situation zu lösen", anstatt sich an die vorgeschriebenen Abläufe zu halten. Dies zeige, dass die bisherigen Notfallsysteme (des Landes) nicht ausreichend seien.

Kein Öl freigesetzt

Die unter der Flagge Panamas fahrende "Princess Pia" ist nach litauischen Angaben im Besitz der argentinischen Firma "Baldwin Maritime". Bei der Havarie wurden nach bisherigen Erkenntnissen nur mit Wasser gefüllte Ballast-Tanks beschädigt und kein Öl freigesetzt. Der 1979 gebaute Tanker verfügt zwar über einen doppelten Boden, hat aber keine doppelte Hülle, wie sie für Schiffe in der EU zur Pflicht werden soll. Die "Prestige", die vor der Küste Spaniens versank, war ein Einhüllentanker.

Den Bewohnern der spanischen Atlantikküste verschaffte drehender Wind eine kurze Atempause vor der erwarteten nächsten Ölflut. Ein leichter Ostwind blies das im Meer treibende Öl aus der "Prestige" am Freitag ein wenig vom Festland fort. Nach Angaben des staatlichen Rundfunks RNE wurde jedoch erwartet, dass der Wind schon bald wieder auf westliche Richtungen dreht und der Region Galicien für das Wochenende eine neue Ölpest bevorsteht. Das Tankerunglück hatte die schwerste Umweltkatastrophe in der spanischen Geschichte ausgelöst

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