Offiziellen Zahlen werden Donnerstag bekannt gegeben
Experten: Frühjahrsbelebung auf Arbeitsmarkt auch im Mai gebremst

Der Frühjahrs-Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt blieb auch im Mai gebremst. Experten rechnen für diesen Monat mit einem geringeren Rückgang der Arbeitslosenzahlen als vor einem Jahr. Schätzungen zufolge sank die Zahl der Jobsuchenden im Vergleich zum April um rund 170 000 auf knapp unter 3,7 Millionen.

dpa NÜRNBERG. Vor einem Jahr war die Arbeitslosigkeit zum Vormonat noch um fast 200 000 gefallen. Die offiziellen Zahlen für Mai gibt der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, am Donnerstag in Nürnberg bekannt.

Mit 3,7 Millionen läge die Zahl der Arbeitslosen im Mai nur noch um etwa 90 000 unter der vom Mai 2000. Zu Beginn dieses Jahres war der Abstand zum Vorjahresmonat noch mehr als doppelt so hoch. Experten werten dies als deutliches Zeichen für eine Abschwächung der Konjunktur. Diese sei drastischer ausgefallen, als noch vor einigen Wochen angenommen worden sei, hieß es. Unter anderem mache sich ein deutlicher Rückgang bei den Exportaufträgen bemerkbar. Die Talsohle sei wahrscheinlich noch nicht erreicht, urteilten Experten.

Die Erwartungen seien mittlerweile "sehr viel negativer" als noch vor einem Monat, erläuterte ein Experte des Kieler Instituts für Weltwirtschaft. Es sei nicht ausgeschlossen, dass auch die Prognose der Bundesanstalt für Arbeit für das Jahr 2001 nach oben korrigiert werden müsse. Präsident Jagoda ging bislang von 3,65 Millionen Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt aus. Nach übereinstimmenden Einschätzungen von Experten könnte sich die Zahl "stramm auf die 3,8 Millionen" entwickeln.

Im Westen zeigt sich die Abschwächung den Angaben zufolge stärker als im Osten, wo sich auf sehr niedrigem Niveau langsam eine Stabilisierung auf dem Arbeitsmarkt durchsetzt. Darauf lassen nach Aussage von Fachleuten auch die Kurzarbeiterzahlen schließen, die im Westen im Mai wie schon im April auch wieder über Vorjahresniveau gelegen haben dürften. Im Osten könnten sie dagegen möglicherweise sogar unter dem Vorjahreswert liegen. "Bisher war der Westen die Lokomotive - und die lahmt jetzt", meinte ein Arbeitsmarkt-Experte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%